Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW)

Verordnungsfähigkeit von Verbandmitteln weiter in der Diskussion

(MTD 28.3.2019) Die Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW) ist besorgt wegen der anhaltenden Debatte um die Erstattung von Verbandmitteln.

Dies spiegle sich darin wider, dass sich im Kabinettsentwurf des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), den das Bundesministerium für Gesundheit am 30. Januar veröffentlicht habe, eine neue Definition des Begriffs Verbandmittel finde.
Schon im Gesetz zur Stärkung der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln (HHVG) sei die Definition neu gefasst worden. Seinerzeit sei definiert worden, dass es sich bei Verbandmitteln um Materialien handelt, die „oberflächengeschädigte Körperteile bedecken und deren Sekrete aufsaugen“. Ergänzend sei vermerkt worden, dass „diese Eigenschaft nicht entfällt, wenn die Materialien die Wunde feucht halten oder Zusatznutzen haben, z.B. die Wunde reinigen, geruchsbindend oder antimikrobiell wirksam sind“.

Verbände mit wirksamen Stoffen

Die aktuelle Definition werde nun aber auf Gegenstände, „die ohne pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungsweise im menschlichen Körper der Wundheilung dienen“, eingeschränkt. Sollte sich die vorgeschlagene Definition durchsetzen, würden alle Verbandauflagen, die wirksame Stoffe in die Wunde abgeben, aus der Verordnungsfähigkeit ausscheiden. Sie müssten in gesonderten Verfahren ihre Wirksamkeit nachweisen, warnt die ICW.

Versorgungsengpässe befürchtet

Grundsätzlich begrüße man den Nachweis einer behaupteten Wirksamkeit. Nach erbrachtem Wirksamkeitsnachweis sollten diese Produkte als sicher eingestuft und erstattet werden. Allerdings sorgt sich die ICW, dass bewährte Verbandmittel in Bälde nicht mehr zur Verfügung stehen und es zu Versorgungsengpässen kommt, sollte das Gesetz in der vorgeschlagenen Form wirksam werden.
Insbesondere der Wegfall antimikrobiell wirksamer Verbandmittel berge die Gefahr des Einsatzes von lokal angewandten Antibiotika, die in der Wundbehandlung sinnlos seien. Die ICW fordert daher transparente und erfüllbare Standards für geforderte Nachweise der Wirksamkeit. Hierzu werde man eigene Vorschläge machen. Zudem sei eine genügend lange Übergangszeit nötig, in der die laufenden Therapien abgeschlossen bzw. umgestellt werden können.

Copyright: MTD-Verlag 2019, Symbolbild: Paul Hartmann AG / BVMed

Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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