Medizintechnik in Tuttlingen

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Firmensterben droht


(MTD/6.6.2019) Droht durch die ab Mai 2020 umzusetzende europäisches Medizinprodukte-Verordnung MDR eine deutliche Marktbereinigung in der Medizintechnik-Branche? Das befürchtet zumindest die Tuttlinger Clusterinitiative Medical Mountains.

Laut Bericht in der „Schwäbischen Zeitung“ kursieren nach deren Angaben „Zahlen von 100 bis 200 geplanten Unternehmensschließungen bzw. Verkäufen“. Bislang seien acht Geschäftsaufgaben bekannt – teilweise zu Ende 2019. Viele Betriebe würden wohl allerdings erst 2020/21 folgen. Problematisch sei vor allem die in der MDR geforderte Zulassung von Medizinprodukten der Kategorie Ir, worunter etwa 80 Prozent der in der Region hergestellten Produkte fallen.

In einem Brief an EU-Parlamentskandidaten schreiben die Medical Mountains-Geschäftsführerinnen Yvonne Glienke und Julia Steckeler: Gerade für die „Kleinen“ gehe es ums Überleben. Die Zahl der Anbieter und Produkte werde sinken, die Produktpreise würden steigen. Gerade Nischenprodukte würden eingestellt. Glienke: „Diese Tradition ist in Tuttlingen 150 Jahre lang gewachsen. Und jetzt wird sie kaputt gemacht.“

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Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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