Verträge "Aufsaugende Inkontinenzprodukte"

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RehaVital über KKH verärgert

(MTD/13.12.2019) Die KKH hat zum 1. Dezember neue Verträge, u. a. zu aufsaugenden Inkontinenzhilfsmitteln, veröffentlicht. Und die haben es aus Sicht der RehaVital in sich.

Abgeschlossen habe die Kasse diese Verträge a) ohne hinreichende Bekanntmachung von Vertragsabsichten nach § 127 Abs. 1 SGB V; b) mit zum Teil unzulässigem Inhalt; c) zu unauskömmlichen Preisen, die unterhalb der früheren Ausschreibungspreise liegen. Deshalb, so die RehaVital, seien diese Verträge nicht nur rechtswidrig, sondern sie widersprächen auch einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung und konterkarierten die gesetzgeberische Intention, die mit dem Ausschreibungsverbot verfolgt werde.

Für RehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn ist vorprogrammiert, dass die Qualität der Produkte sinken und die Zuzahlung der Patienten deutlich steigen wird. Einschließlich der gesetzlichen Zuzahlung von monatlich fünf Euro müssten die Versicherten der KKH jetzt rund 50 Prozent der Versorgung aus der eigenen Tasche bezahlen. „Abzocke“ nennt er das. Die neuen, diktierten Preise reichten nicht aus, um eine hinreichende Versorgungsqualität zu gewährleisten.

Es sei daher zu befürchten, dass die Versicherten der KKH mit Produkten versorgt werden, die das Mindestqualitätsniveau des Hilfsmittelverzeichnisses er-füllen. Solche Preise könnten nur kostendeckend sein, wenn der Leistungserbringer intensiv mit Freiverkäufen und Aufzahlungsmodellen arbeitet, was das Sachleistungsprinzip aushebele.

© MTD-Verlag 2019

Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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