Mehrkostenbericht/GKV

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20 Prozent der Versicherten zahlen bei Hilfsmitteln zu


(MTD/10.7.2020) 80 Prozent der GKV-Versicherten erhalten eine mehrkostenfreie Hilfsmittelversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Lediglich 20 Prozent zahlen im Schnitt 117,75 Euro dazu.

Das ist die Kernaussage des „2. Bericht des GKV-Spitzenverbandes über die Entwicklung der Mehrkostenvereinbarungen für Versorgungen mit Hilfsmittelleistungen gemäß § 302 Absatz 5 SGBV“, den der GKV-Spitzenverband für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2019 nun vorgelegt hat.

Über alle Produktgruppen hinweg wurden bei rund 5,9 Mio. Hilfsmittelversorgungen Mehrkosten dokumentiert. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent an allen Hilfsmittelversorgungen. Die Summe aller dokumentierten Mehrkosten betrug rund 692 Mio. Euro. Die Bandbreite der Mehrkostenhöhe ist außerordentlich groß: Lag sie im vergangenen Jahr bei Hörhilfen mit Mehrkosten bei 1.082 Euro, waren es bei Einlagen mit Mehrkosten 30 Euro und bei Toilettenhilfen mit Mehrkosten 39 Euro.

Die Rangfolge der Produktgruppen mit den höchsten Anteilen an Versorgungen mit Mehrkostenzahlungen hat sich gegenüber dem 1. Mehrkostenbericht im Wesentlichen nicht verändert. Nach wie vor sind die Produktgruppen 08 „Einlagen“ und 13 „Hörhilfen“ die Produktgruppen mit dem höchsten prozentualen Anteil an Versorgungsfällen mit Mehrkosten.

Die Top Ten hinsichtlich Anteil der Versorgungsfälle mit Mehrkosten in Prozent: 1) Einlagen (52,91 %), 2) Hörhilfen (52,36 %), 3) Brustprothesen (42,73 %), 4) Sehhilfen (35,21 %), 5) Beinprothesen (34,01 %), 6) Hilfsmittel zur Kompressionstherapie (30,96 %) ,7) Haarersatz (26,18 %), 8) Bandagen (20,53 %), 9) Inkontinenzhilfen (17,51 %), 10) Kommunikationshilfen (9,69 %).

Die Top Ten hinsichtlich durchschnittlicher Mehrkosten je Versorgungsfall mit Mehrkosten: 1) Hörhilfen 1.081,91 Euro, 2) Kranken-/Behindertenfahrzeuge 495,87 Euro, 3) Stehhilfen 416,93 Euro, 4) Augenprothesen 357,76 Euro, 5) Haarersatz 228,77 Euro, 6) Armprothesen 200 Euro, 7) Blindenhilfsmittel 148,83 Euro, 8) Hilfsmittel bei Tracheostoma und Laryngektomie 146,99 Euro, 9) Gehhilfen 136,56 Euro, 10) Therapeutische Bewegungsgeräte 136,44 Euro.

Ausgewertet wurden rund 95 Prozent der Abrechnungsdaten von Versorgungsfällen aus dem Jahr 2019; diese wurden kassenartenübergreifend und leistungserbringerneutral analysiert. Insgesamt handelt es sich dabei um 29 Mio. Hilfsmittelversorgungen mit einem Ausgabevolumen um die 8,6 Mrd. Euro. Kurzlink zum Mehrkostenbericht: https://bit.ly/3iAYKAQ

Copyright: MTD-Verlag 2020

Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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