Register für außerklinische Intensivpflege

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Bessere Abstimmung der Patientenströme

(MTD/21.8.2020) Die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinische Beatmung (DIGAB) e.V. hat ein Register für außerklinische Intensivpflege zur Koordinierung der Versorgung freigeschaltet.

Mit dem unter www.digab-register.de freigeschalteten Register sollen Kapazitäten für außerklinische Intensivpflege erfasst werden. Sie sind spezifiziert nach Pflege-/Wohnheimen für Intensivpflege, Intensiv-Wohngemeinschaften und häusliche Intensivpflege. Das Register orientiert sich an dem Intensivbetten-Register der DIVI Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V., das im Zuge der Pandemie erstellt worden ist. In der Bundesrepublik stehen derzeit in den Kliniken laut DIVI Register gut 32.000 intensivmedizinische Behandlungsplätze zur Verfügung.

Laut DIGAB leben in Deutschland nach Schätzungen knapp 28.000 intensivpflegerisch zu versorgende Menschen, der größte Teil mit einer invasiven Beatmung über ein Tracheostoma, und bis zu 100.000 Menschen mit einer nichtinvasiven Beatmungstherapie (über eine Maske) außerhalb der Kliniken. Das DIGAB-Register bezieht sich auf die etwa 28.000 intensivpflegerisch versorgten Menschen in der Außerklinik.

Mit dem Register, in Kombination mit dem DIVI Intensivregister, sollen die Patientenströme zwischen Klinik und Außerklinik in beide Richtungen besser abgestimmt werden. Durch die zu erwartende Transparenz der Versorgungskapazitäten könnten zudem die Anbieter der außerklinischen Intensivpflege besser miteinander kooperieren und z.B. regionale Engpässe überbrücken. Für die betroffenen Menschen mit außerklinischer Beatmung habe das Register den Vorteil, dass sie in ihrem privaten Umfeld bzw. regional weiter versorgt werden, so die DIGAB.

Speziell für Covid-19-Patienten werden durch das DIGAB-Register schneller Möglichkeiten einer außerklinischen Weiterversorgung bis hin zur Möglichkeit einer Dekanülierung oder Beatmungsentwöhnung gefunden. Das Register für außerklinische Intensivpflege ist für die Teilnehmenden freiwillig und kostenfrei. Bislang gibt es keine eindeutige statistische Erhebung über die exakte Anzahl außerklinisch beatmeter Personen in Deutschland.

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Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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