GKV-Mehrkostenbericht: Hörhilfen weiter Problem Nummer 1

Seinen mittlerweile 4. Mehrkostenbericht zur Hilfsmittelversorgung hat der GKV-Spitzenverband vorgelegt. Foto: byrev / Pixabay

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(MTD/28.07.2022) Der GKV-Spitzenverband hat den 4. Mehrkostenbericht mit Blick auf die Versorgung mit Hilfsmitteln vorgelegt. Deutlich wird: Hörhilfen sind und bleiben das Problemkind hinsichtlich der für die Versicherten anfallenden Mehrkosten.

Das Gros der klassischen Hilfsmittelfelder – abgesehen von Einlagen und Inkontinenzhilfen – zeigt nur marginale oder partielle Auffälligkeiten. Ausgewertet wurden die Abrechnungsdaten von mehr als 29 Mio. Hilfsmittelversorgungen mit einem Ausgabevolumen von fast 10 Mrd. Euro. Davon wurden etwa 826 Mio. (2020: 746; 2019: 692) Mio. Euro über Mehrkosten der Versicherten finanziert. Die Datenauswertungen zeigen übereinstimmend, dass mit etwa 80 Prozent die überwiegende Zahl der Versorgungen mehrkostenfrei durchgeführt wurde. Als positiv wertet der GKV-Spitzenverband, dass die durchschnittlichen Mehrkosten pro Versicherten nur moderat gestiegen sind (+2,92 %). In einigen Produktgruppen sei die Höhe der Mehrkosten sogar niedriger als in den vorangegangenen Betrachtungszeiträumen.

Zentralen Ergebnisse im Überblick

1) Fast 80 Prozent der Versorgungen sind mehrkostenfrei. Damit zeichnet sich ausgehend vom Berichtsjahr 2019 ein gleichmäßiger Trend ab;

2) Der Anteil der Mehrkostenfälle ist im Durchschnitt über alle Produktgruppen hinweg nur geringfügig von rund 20,2 auf 20,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen;

3) Der Anteil der Mehrkostenfälle läge sogar nur bei ca. 12 Prozent, würden die Daten der vier Produktgruppen mit dem höchsten Aufkommen nicht berücksichtigt;

4) Die Anzahl der Mehrkostenfälle im Verhältnis zu den Gesamtversorgungen variiert in der Dimension erheblich. Ihr Anteil liegt je nach Produktgruppe zwischen 0,02 und knapp über 55 Prozent;

5) Die durchschnittlichen Mehrkosten je Mehrkostenfall betrugen im aktuellen Berichtszeitraum 135,71 Euro (+2,92 %), im Vorjahreszeitraum waren es 131,86 Euro (+11,98 % gegenüber 2019 / 117,75 Euro). Die Mehrkosten sind auf den spezifischen Teilmärkten unterschiedlich ausgeprägt. Die höchsten Belastungen zeigen sich im gesundheitshandwerklichen Bereich.


Die Ergebnisse der mehrkostenträchtigen Produktbereiche beeinflussen das Gesamtergebnis allerdings maßgeblich, betont der GKV-Spitzenverband in seinem Bericht. Werde die Auswertung um die Daten dieser vier Produktgruppen bereinigt, ergäbe sich ein durchschnittlicher Mehrkostenanteil über alle Produktgruppen hinweg von rund 12,09 Prozent. Mehr als 540 Mio. Euro (im Vorjahr mehr als 499 Mio. Euro), also ca. zwei Drittel aller Mehrkosten, wurden bei den Versorgungsfällen mit Hörhilfen registriert.

© MTD-Verlag

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