WvD-Umfrage: Kostenexplosion und Bürokratie setzen Hilfsmittelversorgung unter Druck

Die WvD-Branchenumfrage zeigt ein durchwachsenes Bild der wirtschaftlichen Situation von Hilfsmittel-Leistungserbringern. Foto: WvD

(03.01.2023) „Wir versorgen Deutschland“ hat jüngst im Rahmen einer Branchenumfrage knapp 400 Betriebe zur aktuellen Situation der Hilfsmittelbranche befragt.

Sanitätshäuser & Co. kämpfen mit Kostensteigerungen

Die Ergebnisse zeigen, dass die Hilfsmittelleistungserbringer stark von den aktuellen Kostensteigerungen betroffen sind. Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre wirtschaftliche Lage als schlecht oder eher schlecht. Knapp 80 Prozent geben an, stark oder sehr stark von Preissteigerungen wie steigenden Energie, Treibstoff-, Bürokratie- oder Logistikkosten betroffen zu sein.

Zugleich erhält nach eigenen Angaben über die Hälfte keine Kostenerstattung für diese Preissteigerungen durch die Krankenkassen. Fast drei Viertel geht davon aus, von den neuen Entlastungsprogrammen der Bundesregierung, insbesondere den Preisbremsen, nicht oder kaum zu profitieren. In der Folge rechnen zwei Drittel der Leistungserbringer mit starken oder sehr starken Einschränkungen bei der Hilfsmittelversorgung.

Preissteigerungen in allen Bereichen belasten Leistungserbringer der Hilfsmittel-Branche

Angesichts der Befürchtungen der Branche in Hinblick auf Leistungseinschränkungen bei der Versorgung der Patienten müsse die Bundespolitik die Hilfsmittelbranche insbesondere im „Hilfsfonds für Soziale Dienstleister“ angemessen berücksichtigen, erklärten Kirsten Abel und Patrick Grunau, Generalsekretäre von „Wir versorgen Deutschland“.

Weniger Bürokratie in der Hilfsmittelbranche gefordert

Auch beim Thema Bürokratieabbau bestehe dringender Handlungsbedarf, wenn fast zwei Drittel der Unternehmen angeben, über 30 Prozent ihrer Zeit allein für Bürokratie- und Dokumentationspflichten aufzuwenden. Über 97 Prozent der antwortenden Betriebe sehen den derzeitigen Umfang der Bürokratie- und Dokumentationspflichten als zu hoch an und halten eine Reduzierung für notwendig. Zugleich benenne die Umfrage klar, wo die Probleme liegen, insbesondere beim Thema MDR und der Vielzahl der Verträge mit den Krankenkassen sowie den Dokumentationspflichten gegenüber den Kostenträgern.

Grafiken: WvD

 

Die ausufernde Bürokratie belastet Hilfsmittel-Leistungserbringer.

© MTD-Verlag

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