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Marktchancen intakt

(MTD/22.3.2011) Der französische Markt für Medizintechnik belief sich laut der Fachvereinigung SNITEM im Jahr 2009 auf 7,7 Mrd. Euro. Aufgrund der Wirtschaftskrise und der angespannten Haushaltslage betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr nur 0,5 Prozent. In den beiden Vorjahren wurden noch Zuwächse von 5,4 und 1,4 Prozent erzielt. Für 2010 prognostizierte der Verband eine leichte, aber nicht in allen Zweigen einheitliche Erholung.

Markt nach Sparten

Nach Produktsparten entfallen die größeren Marktanteile auf Verbrauchsgüter wie Spritzen, Katheter oder endoskopische Instrumente mit einem Anteil von 29 Prozent (Werte für 2008). An zweiter Stelle folgte die Gruppe der medizinischen Hilfsmittel mit 17 Prozent – überwiegend Rollstühle, medizinische Betten, Prothesen und Atemgeräte.

Die Sparte Imaging (CT, Ultraschall, MRT, Picture Archiving & Communication Systems) erreichte 16 Prozent, weitere 13 Prozent entfielen auf die Kardiologie (Datenübertragung, Implantate, Herzschrittmacher). Dialyse und Orthopädie kamen jeweils auf einen Anteil von 9 Prozent, der Zweig Anästhesie/Reanimation auf 4 Prozent, die restlichen Produktsparten auf zusammen 3 Prozent.

 Produktion/Branchenstruktur

Beim französischen Fachverband der Medizintechnikindustrie SNITEM waren zu Jahresbeginn 236 Unternehmen mit rund 25.000 Beschäftigten registriert. Die meisten sind kleine und mittlere Unternehmen. Nur ein Fünftel hat mehr als 100 Beschäftigte, neun Unternehmen zählen zwischen 250 und 499, nur acht mehr als 500 Beschäftigte.

Frankreichs Medizintechnik wird stark durch ausländische Unternehmen geprägt, die gut zwei Drittel des Umsatzes und fast 80 Prozent der Exporte generieren. Die 10 größten Hersteller von medizinisch-chirurgischen sowie orthopädischen Ausrüstungen waren 2007 GE Medical Systems (1.982 Beschäftigte), Becton Dickinson France (1.725), B. Braun Medical (1.460), Maco Productions (1.372), Gambro Industries (882), Fresenius Medical Care – SMAD (532), Vygon (518), Proteor (511), Hill-ROM SAS (492) und ELA Medical (463).

Der Zweig der Bilddiagnostik konzentriert sich auf ein Dutzend Produzenten, angeführt von GE Medical Systems, Philips Medical Systems und Siemens Medical Solutions. B. Braun Medical hat für über 20 Mio. Euro die Anlage in Nogent-le-Rotrou neu strukturiert.

Außenhandel

Der französische Import von Medizintechnik legte 2009 trotz der Wirtschaftskrise um 7,3 Prozent zu auf 6,8 Mrd. Euro. Im Jahr 2008 war der Zuwachs auf 6,3 Mrd. Euro mit 10,4 Prozent etwas höher. Das Wachstum basierte primär auf dem starken Zuwachs in der Sparte der Prothesen und Orthopädietechnik um 25,3 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro, die gleichzeitig die größte Produktgruppe mit einem Anteil von 41,9 Prozent bildete.

Deutsche Anbieter erzielten 2009 mit 986 Mio. Euro den gleichen Importwert wie 2008, wobei im Vorjahr allerdings noch ein kräftiger Zuwachs um 16,4 Prozent verbucht werden konnte. In der Rangfolge steht Deutschland mit einem Importanteil von 14,5 Prozent an zweiter Position hinter den USA und vor Japan und den Niederlanden. Der wichtigste Exportmarkt für in Frankreich gefertigte Produkte sind die Niederlande.

Quelle: German Trade & Invest,
Dr. Waldemar Duscha

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