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Politik muss Medizintechnik besser verzahnen

(MTD/25.10.2011) Die Medizintechnik-Branche ist auf Wachstumskurs. Damit dies im internationalen Wettbewerb so bleibt, ist sie auf Förderung von Seiten der Politik angewiesen. Der TAB-Report „Medizintechnische Innovationen – Herausforderungen für Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik“ skizziert Gestaltungsoptionen für die drei zuständigen Bundesministerien.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI haben die Förderpolitik des Bundes im Bereich der Medizintechnik unter die Lupe genommen. Ergebnis: Es gibt zwar keine eklatanten Defizite, wohl aber Nachholbedarf bei der Ausgestaltung der Förderpolitik und der regulatorischen Rahmenbedingungen.

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Aktuell sind für die Medizintechnik drei Bundesministerien zuständig: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Hier mahnt der Report verbesserte Abstimmungsprozesse zwischen den Ministerien an. Derzeit gebe es keine kontinuierlichen institutionellen Mechanismen zur Koordination der Aktivitäten der medizintechnikrelevanten Referate der drei zuständigen Ministerien.

Die Wissenschaftler schlagen z. B. vor, den Arbeitsstab Gesundheitswirtschaft im BMWi zu stärken und referatsübergreifende Arbeitsgruppen zu bilden. Sinnvoll sei auch die Schaffung einer Koordinationsinstanz, um die interministerielle Abstimmung von Entscheidungen und Maßnahmen zu verbessern.

Mehr Transparenz

Zusätzlich müssten die ressortinternen Mittelzuweisungen innerhalb der Ministerien transparenter werden. Zwar seien mit dem sektor- und ressortübergreifenden Ansatz der Hightech-Strategie der Bundesregierung schon beachtliche Fortschritte erzielt worden, doch gebe es noch Defizite. Die Mittelzuweisung führt oft zu einer Verwässerung der angestrebten Strategie zugunsten ministeriumseigener Logik. Hier braucht es neben der größeren Transparenz bessere Absprachen zwischen den einzelnen Bereichen in jedem Ministerium.

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Nicht zuletzt sei die Weiterentwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen, insbesondere durch die Einführung von „regulatory foresight“, wichtig. Ein systematischer regulatorischer Vorausschauprozess könne dabei helfen, regelungs- und normungsrelevante Forschungs- und Technologiefelder rechtzeitig zu identifizieren.

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Ebenso mahnt der TAB-Report ein verbessertes Informationsangebot an. Zum einen müsse das vorhandene öffentliche Förderangebot besser kommuniziert werden; zum anderen bräuchten gerade unerfahrene kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen Hilfe bei der Marktzulassung. Auch hier brauche es einen Ausbau des Beratungsangebots, zum Beispiel über die Branchenverbände.

Copyright: MTD-Verlag 2011