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Einkaufsgesellschaften en vogue

(MTD/18.5.2012) Einkaufsgemeinschaften werden für Krankenhäuser immer wichtiger. Grund: Sie helfen mit, die Sachkosten um bis zu 15 Prozent zu senken. Und die sind nicht von Pappe: Von den Krankenhausausgaben in Höhe von 72,8 Mrd. Euro sind 42 Prozent (30,3 Mrd. Euro) auf Sachkosten zurückzuführen und davon wiederum fast die Hälfte auf den medizinischen Bedarf. Das sind zentrale Ergebnisse der neuen Studie „Sachkostenentwicklung und Bedeutung von Einkaufsgesellschaften im Krankenhausumfeld“ von Roland Berger Strategy Consultants.

Sachkosten steigen weiter

Die Studie geht davon aus, dass die Sachkosten in Krankenhäusern sowie in Reha-Kliniken (2,9 Mrd.) und Pflegeeinrichtungen (5,4 Mrd.) von rund 38,6 Mrd. Euro (2010) auf 50,7 Mrd. Euro im Jahr 2016 ansteigen werden. Von den Sachkosten sind, so die Studie, realistisch etwa 90 Prozent oder 34,7 Mrd. (2010) durch Einkaufsgemeinschaften adressierbar.

Einkaufsgemeinschaften immer wichtiger

Das Einkaufsvolumen, das Krankenhäuser über Einkaufsgesellschaften beziehen, nimmt seit Jahren stetig zu. Wurden im Jahr 2000 nur 18 Prozent der Sachkosten über Einkaufsgesellschaften abgewickelt, waren es 2010 ca. 42 Prozent bzw. 14,6 Mrd. von 34,7 Mrd. Euro. Dies entspricht einer Verdoppelung gegenüber 2005.

Davon entfallen 6,1 Mrd. auf Einkaufsgesellschaften, 3 Mrd. auf Einkaufskooperationen und 5,5 Mrd. auf Krankenhausgruppen. Die Roland-Berger-Studie geht davon aus, dass dieser Anteil heuer auf knapp 50 Prozent und bis 2016 auf bis zu 62 Prozent steigen wird.

Starkes Trio

Laut Studie sehen die Kunden als Hauptprofiteure die drei großen Player Prospitalia, Sana und Clinicpartner. Marktanteile gewinnen die Einkaufsgemeinschaften mit höherer Verbindlichkeit und Krankenhausgruppen, weil sie auch bessere Preise erzielen.

Während Einkaufsgesellschaften in der Schweiz mit einer Marktdurchdringung von ca. 38 Prozent bereits gut vertreten sind, decken sie in Österreich rund 34 Prozent des Marktes ab.

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