BVMed-Herbstumfrage 2017

Exporte weiter gut, Inland schwächelt

(MTD 20.102017) Die Medizintechnik-Branche sorgt sich zunehmend um den Standort Deutschland. Das erwartete Umsatzwachstum der Unternehmen liegt im Inland nach den Ergebnissen der Herbstumfrage des Industrieverbandes BVMed nur noch bei 2,8 Prozent und damit deutlich unter den Werten von 4,0 Prozent (2016) und 4,3 Prozent (2015).

Die weltweite Umsatzentwicklung bleibt dagegen mit einem Plus von 5,9 Prozent auf dem guten Vorjahresniveau. Hochgerechnet auf dieser Basis ergebe sich fürs laufende Jahr ein Umsatzzuwachs der Medizintechnik-Branche in Deutschland von 29,2 Mrd. auf 30,6 Mrd. Euro. Damit ist der Branchenumsatz seit 2009 von 20 Mrd. Euro um 10,6 Mrd. Euro gestiegen. Die Exportquote beträgt aktuell rund 65 Prozent.
72 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in diesem Jahr im deutschen Markt mit einem besseren Umsatzergebnis als 2016. Trotz Mengensteigerungen aufgrund der demografischen Entwicklung und neuen Behandlungsmethoden ist dieser Wert aufgrund des starken Preisdrucks gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozentpunkte gesunken. Nur 22 Prozent erwarten in diesem Jahr verbesserte Gewinne, 33 Prozent gehen von einer rückläufigen Entwicklung aus.
Der „Innovationsklima-Index Medizintechnik“ des BVMed fiel im vierten Jahr in Folge von einem Wert von 6,2 im Jahr 2013 auf nur noch 4,5 in diesem Jahr (2016: 4,8 %). Als größte Hemmnisse für die künftige Entwicklung der Medizintechnologie-Branche sehen die Unternehmen die gestiegenen Anforderungen und die steigenden Kosten für den Marktzugang durch die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung sowie für die Erstattung durch die langen Nutzenbewertungsverfahren.

Copyright: MTD-Verlag 2017
Foto: BVMed

Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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