Deutsche Medizintechnik-Branche

Optimismus überwiegt

(MTD/24.11.2017) Die deutschen Medizintechnikhersteller blicken zuversichtlich auf das laufende und bevorstehende Jahr, so die Einschätzung des Branchenverbands Spectaris im Rahmen seiner Medica-Pressekonferenz. Für 2017 wird mit einem Umsatzplus von knapp fünf Prozent gerechnet, so dass erstmalig die 30-Mrd.-Marke überschritten werden könnte. Positive Impulse kommen dabei aus dem In- und Ausland. Für 2018 wird mit einem Umsatzplus von ebenfalls etwa fünf Prozent gerechnet. Die rund 1.260 Betriebe mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten würden dann einen Umsatz von rund 32 Mrd. Euro erwirtschaften.

Die Exportquote von derzeit knapp 64 Prozent verdeutlicht die hohe Bedeutung des internationalen Geschäfts. Die wichtigste Zielregion der deutschen Medizintechnikexporte ist die Europäische Union, auf die mehr als 40 Prozent der branchenrelevanten Ausfuhren entfallen. Auf die Regionen Nordamerika und Asien entfallen jeweils knapp 20 Prozent der Exporte. Von besonderer Bedeutung ist das Geschäft in China: Die Exporte in das Reich der Mitte haben sich seit 2010 mehr als verdoppelt.

Der aktuell größte Einflussfaktor für die Branche ist die Digitalisierung. Das Geschäftsmodell der Hersteller befindet sich im Wandel: Vom klassischen Anbieter von Gerätetechnik (letzte Dekade) über den Lösungsanbieter (aktuelle Dekade) hin zum Anbieter digitaler und ganzheitlicher Gesundheitslösungen (kommend Dekade). Die Themen reichen vom vernetzten Krankenhaus und OP-Saal, Big Data, Telemedizin oder individualisierter Medizintechnik und 3D-Druck von Medizintechnik über Computer-assistierte Interventionen und Robotik bis hin zu Feedback-gekoppelten oder diagnostischen Implantaten.

Aufgrund hoher Entwicklungsaufwendungen und Einsparmaßnahmen der Ausgabenträger nimmt der Druck auf die Ertragslage vieler Unternehmen zu. Daneben stellen regulatorische Hürden und bürokratische Anforderungen inzwischen in einem steigenden Ausmaß ein Innovationshemmnis, eine Wachstumsbremse und einen erheblichen Kostenfaktor dar. Insbesondere die mit der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) anfallenden zusätzlichen Anforderungen werden in diesem Zusammenhang von den Herstellern als innovationsfeindlich beurteilt.

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Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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