Moderne Wundversorgung

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KV Nordrhein kritisiert Prüfanträge der Krankenkassen

(MTD 8.12.2017) Die Krankenkassen im Rheinland haben im Oktober knapp 1.300 Prüfanträge für das vierte Quartal 2016 gestellt, darunter ein großer Teil wegen der Verordnung von modernen Wundversorgungsmaterialien über den Sprechstundenbedarf (SSB).

Die Praxen sollen nun Materialien der modernen Wundversorgung wie Alginate, Schaumverbände oder Hydrogele aus eigener Tasche bezahlen. Im Einzelfall belaufen sich laut einer Mitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein die Summen auf bis zu 20.500 Euro. Hintergrund sei, dass die Praxen bestimmte Verbände über den SSB bezogen haben, statt diese auf einem Rezept auf den Namen des Patienten zu verordnen.

Formfehler nicht zum Schaden der Kassen

Die KV Nordrhein setzt nun auf die Einsicht der Krankenkassen und hofft, dass sie ihre Prüfanträge zurückziehen, weil sich diese ausschließlich auf Formfehler stützten und den Kassen kein finanzieller Schaden entstanden sei. Das Verbandsmaterial sei für die Versorgung der Patienten nötig. Die Patienten würden bei einem Praxisbesuch direkt mit den Wundverbänden aus dem Sprechstundenbedarf versorgt.
Der Hausärzteverband Nordrhein erwartet zudem von den Krankenkassen, dass diese eine Überarbeitung und Modernisierung der Sprechstundenbedarfsverordnung beantragen.
Der Vdek in Nordrhein-Westfalen sieht laut „Ärztezeitung“ die KV Nordrhein in der Pflicht, ihre Ärzte entsprechend über rechtskonformes Vorgehen zu informieren, zeigte sich aber gesprächsbereit für eine Verbesserung der Verordnungswege.

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Foto: BVMed

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