MDR und HTA

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EU-Kommissar in Tuttlingen

(MTD 8.6.2018) Die Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmen diskutierten mit EU-Kommissar Andriukatis die Probleme mit der MDR und die HTA.

Auf Einladung des Europaabgeordneten Dr. Andreas Schwab besuchte Vytenis Andriukatis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die Tuttlinger Medizintechnikindustrie. Gemeinsam mit dem EU-Kommissar diskutierten neben Vertretern der B. Braun Melsungen und Aesculap auch Repräsentanten der regionalen Medizintechnikbranche über Herausforderungen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. An der Gesprächsrunde beteiligten sich u. a. Vertreter von Hebumedical, Henke-Sass, Wolf, Karl Storz, KLS Martin, Medical Mountains, MedTech Europe sowie aus dem Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Im Vordergrund standen die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) und der Kommissionsvorschlag zur Technologiefolgenabschätzung im Gesundheitswesen (HTA). Dr. Joachim Schulz, Vorstandsvorsitzender der B. Braun-Tochter Aesculap, betonte, dass die Umsetzung der EU-Medizinprodukteverordnung eine große Herausforderung für die Medizinprodukteindustrie sei. Insbesondere Unternehmen mit einem über Jahrzehnte gewachsenen, umfangreichen und heterogenen Produktportfolio, wie etwa Aesculap, seien besonders gefordert, denn es müssten sämtliche Zulassungsdokumente und Unterlagen zur technischen Dokumentation gesichtet und überarbeitet werden. Unterm Strich bedeute das für die gesamte Industrie einen „erheblichen Arbeits- und Koordinationsaufwand“.

Vytenis Andriukatis zeigte sich offen für die Impulse der Tuttlinger Unternehmen. Die teils gravierenden Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedsstaaten seien ihm bewusst. Gerade deshalb sei es wichtig, einen transparenten Rahmen zu gestalten, innerhalb dessen alle Staaten und Unternehmen Zugang zu Markt und Informationen erhielten. HTA solle die Akteure in der Medizintechnik unterstützen und ihnen zu einer starken Position im Wettbewerb verhelfen – national wie international. Dr. Meinrad Lugan, Vorstandsmitglied der B. Braun Melsungen AG und Moderator des Treffens, begrüßte mit der HTA ein Harmonisieren der Standards innerhalb der EU. Dabei zieht er jedoch einen freiwilligen Ansatz vor.

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Dieser Artikel erschien im wöchentlichen Branchen-Informationsdienst MTD-Instant (MTD-Verlag).

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