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MTDialog Juli 2015

32 SANI-INFOSANI-WELT MTD 7/2015 Diplom-Pflegewirt Thorsten Müller (MSc.) befasste sich im Rahmen eines Ofa-Seminars auf der Expolife-Fach- messe Mitte April in Kassel mit dem brisanten Thema „Kooperation Arzt und Sanitätshaus – Was ist verboten, was erlaubt?“. Der Fokus des Vortrags lag auf dem speziellen juristischen Verhältnis zwischen Ärzten und Leis- tungserbringern im Hinblick auf gesetz- lich Versicherte. Deutlich wurde: Es ist ein Thema mit vielen rechtlichen Fall- stricken. D ie Berufsordnung untersagt es Ärz- ten, eine Empfehlung für einen be- stimmten Leistungserbringer auszuspre- chen, es sei denn, der Patient fragt aus- drücklich und aus eigenem Antrieb da- nach. Wichtig ist hierbei, dass das Ver- halten nicht vorgesteuert wird und die Wahlfreiheit gewährleistet bleibt. Bei- spielsweise gehören Plakate oder Tisch- kalender eines Sanitätshauses nicht in die Praxis, da damit ein Fragedruck auf- gebaut wird: Soll ich dort hingehen? Zurückhaltung generell besser Generell empfiehlt Müller:„Die Arztpra- xis ist eine No-go-Area, Sie haben dort nichts verloren.“ Das heißt auch, dass regelmäßige Sprechstunden von Leis- tungserbringern in Arztpraxen unzuläs- sig sind. Ausnahmefälle können etwa schwierigeVersorgungen darstellen. Zu- dem verbietet das Sozialgesetzbuch V in § 128 Abs. 2 und § 73 Abs. 7 sämtliche Zu- wendungen, die das Verordnungs- oder Zuweisungsverhalten beeinflussen. Es darf daher auf keinen Fall Druck auf den Arzt ausgeübt werden. Auch ein „Verordnungshandbuch“ oder Ähnliches, das vom Sanitätshaus zur Verfügung gestellt wird, ist unzuläs- sig. Müller rät zur Vorsicht: Nur weil es andere machen, heißt das nicht, dass es erlaubt ist. Was aber, wenn der Arzt rundgestrick- te Kompressionsstrümpfe bei der Diag- nose Lymphödem verordnet, obwohl der allgemeine Konsens flachgestrickte Strümpfe vorsieht, so eine Publikums- frage. Der sicherste Weg ist es, den Pati- enten zu empfehlen, noch einmal mit dem Arzt zu sprechen. In derartigen Aus- nahmefällen sei es durchaus möglich, den Arzt zu kontaktieren und ihn darauf hinzuweisen, erklärte Müller. Kooperation Arzt und Sanitätshaus Der Teufel steckt im Detail Foto:Fotolia

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