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MTDialog Juli 2015

36 SANI-INFOSANI-WELT MTD 7/2015 Bis 2030 besteht laut Prognos für die benötigten zusätzlichen 2,9 Mio. Woh- nungeneinInvestitionsbedarfvon50Mrd. Euro bzw. 3 Mrd. Euro jährlich. Um die Bereitstellung von altersgerechtenWoh- nungen durch Bau oder Umbau zu för- dern, gibt es Fördermittel insbesondere von der KfW, aber auch andere staatliche Mittel. Zwischen 2009 und 2012 wurden über 95.000 barrierefreie Wohnungen mit KfW-Mitteln unterstützt. 2014 wur- den 22.000 Wohneinheiten mit Krediten gefördert. Eine weitere Frage der Grünen bezieht sich auf Förderungen von Umbauten durch die Pflegeversicherung nach § 40. Zwischen 2002 und 2013 gab die Pflege- versicherung fast 992 Mio. Euro für Ver- besserungen des Wohnumfeldes aus. Festzustellen sind kontinuierlich stei- gende Ausgaben von 51 Mio. im Jahr 2002 auf 141 Mio. Euro im Jahr 2013. Und auf- grund der Anhebung des maximalen Leistungsbetrags zum 1. Januar 2015 um 40 Prozent auf 4.000 Euro rechnet die Bundesregierung mit einem starken Aus- gabenanstieg in den nächsten Jahren. Verwiesen wird zusätzlich auf einen pauschalen Zuschlag von 205 Euro mo- natlich für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen zur eigenver- antwortlichenVerwendung für die Orga- nisation und Sicherstellung der Pflege in derWohngruppe.Wenn mehrere Pflege- bedürftige zusammen wohnen, können die Mittel zur Verbesserung des Wohn- umfeldes vier Mal beantragt werden, also bis zu 16.000 Euro. Darüber hinaus gibt es ein Initiativ- programm zur Gründung ambulanter Wohngruppen, das eine Förderung von 2.500 Euro pro Person (max. 10.000 Euro je Wohngruppe) für notwendige Um- baumaßnahmen in der gemeinsamen Wohnung gewährt. Insgesamt steht für die Förderung eine Summe von 30 Mio. Euro zur Verfügung. Auch wird derzeit vom GKV-Spitzenverband ein Modell- programm im Umfang von 10 Mio. Euro durchgeführt, in dem Ansätze für weite- re neue Wohnformen im Zwischenbe- reich zwischen häuslicher und vollsta- tionärer Versorgung in ihrer bisherigen Form erprobt und evaluiert werden Die Fragen und Antworten der Bun- desregierung (Drucksache 18/4148) können MTD-Abonnenten im Internet unter www.mtd.de im Bereich„Exklusiv“ oder mittels Smartphone über den QR- Code abrufen. ‹ Exklusiv: Zusatzinfos für Abonnenten Drucksache 18/4148 www.mtd.de/exklusiv Defizite beim barrierefreien Wohnen Foto:Fotolia Viele Sanitätshäuser beschäftigen sich mit Verbesserungen des Wohnumfeldes, um barrierefreies Wohnen zu ermögli- chen. Interessante Zahlen nannte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion der Grünen im Bundestag hin. Es geht um den realen Bestand, Bedarfszahlen und die verschiedenen Fördermöglichkeiten für barrierefreies Wohnen. D er DeutscheVerband fürWohnungs- wesen,StädtebauundRaumordnung e.V. geht davon aus, dass bereits heute 2,5 Mio. zusätzliche altersgerechteWoh- nungen benötigt werden. Diese Zahl nannte die Fraktion der Grünen im Rah- men einer Kleinen Anfrage im Bundes- tag. Nach Berechnungen der Prognos AG gebe es heute nur 700.000 altersgerech- te, barrierefreieWohnungen in Deutsch- land (Stand 2013). Dass es zu wenige barrierefreie Woh- nungen gibt, meinte auch die Bundesre- gierung in ihrer Antwort. Gemäß Prognos sei ein Bedarf von 2,7 Mio. Wohneinhei- ten vorhanden. Bis 2030 rechne Prognos bei 4,9 Mio. Personen über 65 Jahre mit Mobilitätseinschränkungen mit einem Bedarf von 3,6 Mio. altersgerechten Wohnungen.

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