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MTDialog Juli 2015

40 SANI-INFOSANI-WELT MTD 7/2015 Doch wer kann schon alle Verträge als Leistungserbringerabwickeln?Hierhaben die Kostenträger durch die unüber- schaubareVielfalt unterschiedlicherVer- träge sowie durch die Etablierung des Ausschreibungsinstruments daran mit- gewirkt,Versorgungslücken zu eröffnen. Auch im OTB-Cockpit bleiben damit zukünftig Aufträge unerfüllbar bzw. müs- sen an die jeweiligen Vertragspartner bzw. Ausschreibungs-Beteiligten weiter- gereicht werden. In der Mehrzahl der Versorgungsbereiche wird jedoch der Gedanke „Alles aus einer Hand“ domi- nieren. Überleben werden langfristig nur funktionierende und wirtschaftliche Pro- zesse. Kostenführerschaft zählt Noch stärker als bisher wird zukünftig also das Schlagwort Kostenführerschaft an Bedeutung gewinnen. Während es früher ausreichend war, alleVerträge ab- zuschließen und Aufträge zu erhalten, ist es heute erforderlich, innerhalb der ver- traglichenVergütungs-Szenarien profita- bel zu bleiben. Viele Pauschalen schre- cken Leistungserbringer inzwischen ab, wenn z. B. erst beim 2.Versorgungsinter- vall/Pauschalzyklus eine unternehmeri- scheWertschöpfung beginnt. Den Fach- handelsunternehmen fehlt oftmals der kalkulatorische Atem, eine Anlauffinan- zierung oder längerfristige Investitions- phasen zu überstehen. Die meisten Fachhändler streben für die Zukunft nachhaltige Erlösstrukturen an. Fondsmanager werden – konträr zum Sanitätshaus-Unternehmer – oftmals ge- trieben von taktischen Erwägungen, die gar keinen unternehmerischen Erfolg im ursprünglichen Sinne erfordern. Da wird so manche Braut vor der Hochzeit noch aufgehübscht, um dann beim Verkaufs- prozess oder über den Kurswert Kasse zu machen. Bereits das Erkennen, dass eine KomplettversorgungdieUmsetzungeines koordinierten Entlassmanagements er- leichtert, kann beim Fondsmanager die Bereitschaft zur Portfolio-Erweiterung verstärken. Doch gibt es nicht auch an- dere Möglichkeiten? Kooperation in der Branche In der Vergangenheit haben sich Fach- händler schwer getan,Versorgungsberei- chezuteilenoder–geraderegional–direkt miteinander zu kooperieren. Zukünftig könnte die strategische Zusammenar- beit spezialisierter Fachhandelsunter- nehmen an Bedeutung gewinnen. So könnte der Spezialist für Ortho/Reha mit dem Spezialisten für Care eine Koopera- tion eingehen, um am Entlassmanage- ment teilnehmen zu können. Auch die gemeinsame Beteiligung an Manage- mentstrukturen, die letztlich die Entlas- sung organisieren, ohne diese selbst auszuführen, könnte eine Option sein. Festzuhalten bleibt abschließend, dass sich auch bei einem vertraglich geregel- ten Entlassmanagement nur funktionie- rende Prozesse durchsetzen werden. Die bereits eingeläutete Zweiteilung des Marktes in inhabergeführte und investo- rengelenkte Unternehmen lässt sich je- doch nicht mehr aufhalten. ‹ Die OTB-Gruppe mit Filialen in mehreren Bundesländern wird von der Zentrale in Berlin aus gelenkt. Ausgabe 9/2015 zur Medcare SPECIAL: Inkontinenz Anzeigenschluss: 3. August Ursula Saurwein Mediaberatung Tel. 0 75 20/9 58-21 saurwein@mtd.de de dies einen strategischen Vorteil mit sich bringen. So bedürfte es bei einer Ko- operation der OTB mit der GHD keiner weiteren Kooperationspartner im Hilfs- mittel-Sektor. Die bundesweite Struktur macht die GHD gerade für große Klinik- betreiber zum interessanten Kooperati- onspartner. Alternative Trends Der Anteil privater Ketten an der Kran- kenhausversorgung(Asklepios,Fresenius Helios, Rhön, Sana) nimmt zu. Die pri- vaten Betreiber werden zunehmend In- teresse haben, die nachgelagerten Ver- sorgungssektoren, die sich an die Entlas- sung anschließen, zu besetzen. Die Mög- lichkeit zur Bildung eigenerVersorgungs- und Managementstrukturen begünstigt diesen Trend zur Eigeninitiative. Rolle des Fachhandels GeradeHomecare-Spezialistenoderreine Reha-Betriebe bangen – unter dem Aus- blick auf die gesetzlich bereits definier- ten Veränderungen – um ihre Zukunft. War es früher die Angst, als regionaler Leistungserbringer der Allmacht bun- desweiter Versorger zu erliegen, so ist es heute die Angst der Spezialisten vor den Generalisten, die versorgungsübergrei- fend liefern können. Tel. 07520/958-21

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