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MTDialog Juli 2015

48 SANI-INFOSANI-WELT MTD 7/2015 Heute erleiden jährlich etwa 270.000 Einwohner Deutschlands einen Schlag- anfall. Schlaganfall gilt als Ursache Nummer 1 für erworbene Behinderun- gen im Erwachsenenalter. Kein Schlag- anfall-Patient gleicht dem anderen; jeder einzelne bedarf Rehabilitations- maßnahmen und unterstützender Hilfsmittel, die eigens auf ihn abge- stimmt sind. Nicht selten sind fünf oder mehr Akteure am Genesungspro- zess eines Patienten beteiligt. Indivi- duelle Unterstützung für diese Patien- ten hat sich das Sanitätshaus Alippi in Zwickau mit dem Projekt „Versor- gungskonzept Schlaganfall“ auf die Fahne geschrieben. D erSanitätshausverbundRehaVitalhat es sich Ende 2013 zur Aufgabe ge- macht, ein umfassendes und auf die Diagnose abgestimmtes Konzept zur Versorgung von Schlaganfall-Patienten zu entwickeln. 2014 wurde das Projekt in wissenschaftlicher Begleitung auf das Sanitätshaus Alippi und die regionalen Anforderungen abgestimmt und um einige Bereiche erweitert. Alippi setzte sich das Ziel, als Teil einer reibungslosen Überleitung zu fungieren und dem Pati- enten sowie seiner Familie auch als eine Art Wegweiser nach dem einschneiden- den Erlebnis zu dienen. Die Zusammen- arbeit aller am Rehabilitationsprozess Beteiligten spielt dabei eine wesentliche Rolle. Um das Konzept bekannt zu machen, wurde es bei einer Veranstaltung im Mai mit den dazugehörenden Patientenord- nern vorgestellt. Die Ordner enthalten neben Broschüren der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe auch Informationen verschiedener Bundesministerien und listen regionale Ansprechpartner und Beratungsstellenauf,insbesondereSport- sowie Selbsthilfegruppen. Die Mappen können so als Wegweiser nach dem Schlaganfalldienen.Beantwortetwerden Fragen zu den Ansprechpartnern, zur Pflege, zur Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung und zu Kontakten mit ebenfalls Betroffenen. Neben den Schlaganfall-Selbsthilfe- gruppen der Region waren u. a. auch der SPD-Landtagsabgeordnete Mario Pecher sowie Falk Fiedler vomVertragsmanage- ment für Hilfsmittel der AOK Plus bei der Vorstellung anwesend. Schließlich ist es dem Sanitätshaus Alippi ein besonderes Anliegen, Partner zu finden und die Bil- dung eines Netzwerkes voranzutreiben. Alle Gäste waren aufgefordert, den Pati- entenordner weiter zu optimieren. Deut- lich wurde bei diesem Austausch, dass die Mehrheit der Schlaganfallpatienten nach der Akutbehandlung nicht in ein Pflegeheim umziehen möchte. Zudem sind kurze Wege gerade auf dem Land ebenso wichtig wie alters- und behin- dertengerechte Wohnungen. Die Alippi GmbH verfügt im Rahmen ihresVersorgungskonzeptsüber20Schlag- anfall-Berater, die bei Bedarf Hausbesu- che durchführen. Sie arbeiten mit den Patienten und Angehörigen die notwen- digenVersorgungsmaßnahmenaus,unter- stützen bei Formalitäten, beraten bei Fragen und Sorgen, schulen im Umgang mit Handicaps und Hilfsmitteln und ver- mitteln bei Bedarf weitere Hilfe. Ziel ist es, die Zusammenarbeit aller an der Versorgung von Schlaganfallpati- enten Beteiligten, wie z. B. Hausarzt, Therapeuten, Rehaklinik, Krankenkasse, Selbsthilfeverein und Wohnungsbauge- sellschaft, zu stärken und zu einer mög- lichst optimalen Überleitung und Reha- bilitation beizutragen. Um die Bildung des Schlaganfallnetzes zu besiegeln, ver- anstaltete die IHK Zwickau mit ihrem Gesundheitsnetz in Kooperation mit Alippi Ende Mai zudem einen Themen- tag Schlaganfall für alle Versorgungs- partner. ‹ Alippi ist Wegweiser für Schlaganfall-Patienten Alippi-Geschäftsführer Karsten Alippi (Mitte) übergab den Wegweiser an die Vertreter der Selbst- hilfegruppen Zwickau, Glauchau, Rodewisch und Meerane/Crimmitschau.

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