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MTDialog Juli 2015

50 SANI-KOLLEGENSANI-WELT MTD 7/2015 Die Jüttner Orthopädie KG hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ge- prägt ist diese im wahrsten Sinne des Wortes dabei von der Geschichte der Realpolitik. Das nunmehr in der dritten Generation familiengeführte Unterneh- men hat sich dennoch zu einem der er- folgreichsten Gesundheitsdienstleister im Hilfsmittelmarkt entwickelt. Am Stammsitz im thüringischen Mühlhau- sen lernte MTD das „Modell Jüttner“ näher kennen. P layitagainSam“:DenHerzenswunsch von Ilsa Lund (Ingrid Bergmann) an Pianist Sam im Filmklassiker „Casablan- ca“ – wer kennt ihn nicht? Ungewollt rutschte das Unternehmen Jüttner in eine immer wieder ähnliche Situation: Das Gründungsskript musste gleich vier Mal neu bzw. umgeschrieben werden. Bewegte Geschichte Max Jüttner gründet das Unternehmen im schlesischen, heute polnischen, Landsberg an der Warthe. Der eigentli- chen Keimzelle ist indes keine große Zu- kunft beschieden. Es kommt der Zweite Weltkrieg, mit der Folge, dass Max Jüttner das Unternehmen 1946 mit drei Mitar- beiternzumzweitenMalaufdieStartlinie führt, dieses Mal im thüringischen Mühl- hausen. Der Schwerpunkt liegt in den ersten Jahren nach dem Krieg klar auf der Versorgung von Kriegsversehrten. Die nächste dramatische Zeitenwende für das Unternehmen naht dann 1976, erinnert sich Frank Jüttner, der heutige Seniorchef und Sohn des Firmengrün- ders. Der langjährige Prokurist Stephan Kaufhold ergänzt: „Das Unternehmen Jüttner und der damalige Wettbewerber Albert Börner hatten jeder über 10 Mit- arbeiter. In der DDR war das eine magi- sche Zahl. Der Politik gefiel das nicht.“ Jüttner Orthopädie KG Erfolg durch langen Atem Dem Unternehmen Jüttner und dem da- maligen Wettbewerber Albert Börner, die von Mühlhausen aus das Eichsfeld versorgten, sollte ein Staatsbetrieb vor die Nase gesetzt werden. Das hätte für Jüttner und Börner eine massive Kon- kurrenz bedeutet. Doch ein kluger Schachzug der beiden nun an einem Strang ziehenden Betrie- be bringt die Rettung: Max Jüttner und Albert Börner überführen ihre beiden Betriebe in eine Produktionsgenossen- schaftdesHandwerks(PGH).UnterMaß- gabe der relevanten Statuten werden alle Mitarbeiter Gesellschafter bzw. Anteils- eigner der PGH Medizin-Technische Orthopädie Mühlhausen. Dazu bringt jeder Mitarbeiter zwei Monatsgehälter in die PGH ein. Zum Vorsitzenden ge- wählt wird der zu dieser Zeit 29 Jahre alte Frank Jüttner, erinnert sich seine Tochter Kathrin Jüttner, die nun in der dritten Generation die Geschicke des Unternehmens ebenfalls maßgeblich mitbestimmt. Stellvertretender Vorsit- zenderwirdAlbertBörner,der schließlich im Februar 1989 in den Ruhestand geht. Firmengründer Max Jüttner stirbt 1979. Den vierten und vorläufig letzten real- politisch bedingten Kurswechsel in der Jüttner-Historie besiegelt schließlich die „Wende“ im Herbst 1989. Für die mitt- lerweile auf 55 Gesellschafter angewach- sene PGH stellt sich die Frage „Was nun?“. Frank Jüttner macht im Gespräch klar, dass die PGH schon allein aufgrund des Einigungsvertrages umgewandelt werden musste. Die Frage war nur, ob in eine GmbH oder in eine KG. Fakt war auch, dass die Gesellschafter von ihm als Das Erfolgsteam (v. l.): Stephan Kaufhold (Prokurist), Lars Jäger (Leiter OT und OST, Geschäftsführer Orthovital), Frank Jüttner (Firmen- und Seniorchef), Kathrin Jüttner (Prokuristin) und Tim Wohlle- ben (Marketingleiter).

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