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MTDialog Juli 2015

SPECIAL MTD 7/201568 RESPIRATORY CARE Soll dem Patienten das Sprechen er- möglicht werden, kann der Cuff komplett entblockt werden bzw. eine cufflose Tra- chealkanüle mit speziellem Sprechventil verwendet werden. Beide Fälle setzen eine intakte Kehlkopffunktion voraus. Zu beachten ist ferner, dass immer eine Reservekanüle (i. d. R. eine Nummer kleiner) zur Verfügung steht, damit bei Notfällen (z. B. durch Kanülenwechsel) eine Notkanülierung möglich ist. Ein Be- atmungsbeutel zur manuellen mechani- schen Beatmung gehört ebenfalls an jedes Patientenbett und muss – neben einer schnellen Erreichbarkeit – auch täglicheinerFunktionskontrolleunterzo- gen werden. Nichtinvasive Beatmung Hier steht eine Vielzahl von Masken zur Verfügung: Nasenmasken, Nasen-Mund- Masken, Ganzgesichtsmasken, Mund- masken und Mundstücke. In der Regel werden für eine Beatmung konfektio- nierte Nasen-Mund-Masken eingesetzt, die – falls die Beatmungsdrücke steigen – auch maßangefertigt werden können. Bei Veränderungen der Physiognomie (Gewichtsverlust, Veränderungen der Muskulatur) muss die Maske ausge- tauscht bzw. eine neue Maske angepasst werden. Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft Sowohl bei der invasiven als auch bei der NIV-Beatmung verhindert die Befeuch- tung und Erwärmung der Einatemluft (Inspirationsluft) ein Austrocknen der BronchialschleimhautunddasEindicken des Sekrets, weshalb sie immer erforder- lich ist. Dies geschieht in der Regel über aktive oder passive Befeuchtungssyste- me, deren Indikation der Arzt anhand der Kriterien Beatmungsdauer, Sekret- produktion, Flüssigkeitshaushalt und anderer Symptome festlegt. Bei aktiven Befeuchtungssystemen durchströmt die Luft einen mit Wasser gefüllten, beheizten Behälter während beipassivenBefeuchtungssystemenüber einen patientennahen Filter die Aus- atemluft des Patienten konserviert – und beim nächsten Atemzug für diesen ver- wendet wird. Beatmungsmuster Welches der zahlreich zurVerfügung ste- henden Beatmungsmuster zur Anwen- dungkommt,istvonderGrundkrankheit, dem Schweregrad, und von der Akzep- tanz des Patienten abhängig. Zu beach- ten ist, dass es aus den zahlreich ange- botenen Beatmungsformen keine über- legene gibt, wissenschaftliche Studien fehlen noch. Erste Ergebnisse zeigen, dass bei COPD-Patienten ein kontrollier- ter Beatmungsmodus Vorteile zeigt. Auch die Frage der Einstellung der optimalen Empfindlichkeit, mit der der Patient einen Atemhub vom Respirator anfordern kann (sog. Trigger bzw. Trig- gersensitivität), ist in Studien noch nicht abschließend geklärt. Dies liegt auch daran, dass sich die Steuerung der Trig- gersensitivität von Beatmungsgerät zu Beatmungsgerät z. T. deutlich unter- scheidet und eine generelle Empfehlung nicht ausgesprochen werden kann. Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben Die wenigen hier gezeigten Überlegun- gen machen deutlich, dass für die Ver- sorgung von Beatmungspatienten das Betreuungsteaminterdisziplinärundpro- fessionell zusammengesetzt sein muss. Erst das klinische und außerklinische Zu- sammenspiel zwischen Ärzten, dem Be- atmungszentrum,demFachpflegedienst, den Laienhelfern (Angehörige!), dem Geräteprovider, den Leistungserbringern vor Ort, der Physiotherapie und anderen garantieren den Betroffenen nicht nur eine günstigere Lebenserwartung oder einedeutlichverbesserteLebensqualität, sondern ein Stück – wenn auch abhängi- ges – selbstbestimmtes Leben. ‹ Eiserne Lunge Modell E52 mit elektrischem Antrieb (1952). Foto:DrägerwerkAG&Co.KGaA Beispiel für ein modernes Gerät zur Heimbeatmung. Foto:Weinmann

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