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MTDialog Juli 2015

71 SPECIAL MTD 7/2015 RESPIRATORY CARE InDeutschlandstellenüber2.000Kran- kenhäuser mehr als 23.000 Betten auf ihren Intensivstationen zur Verfügung. Die Intensivpflegebetten haben hier eine durchschnittliche Auslastung von min- destens 85 Prozent. Die erhöhte Anzahl von Aufenthalten auf Intensivstationen sowie die erhöhte durchschnittliche Auf- enthaltsdauer sorgen für eine zusätzli- che Belastung bei den Gesundheitsaus- gaben. In einer Studie von Dasta JF et al. verzeichneten die Durchschnittskosten der Intensivpflege für Menschen, die be- atmet werden müssen, im Vergleich zu Patienten ohne Beatmungsgerät einen Kostenanstieg von 59 Prozent. Nachfrage nach Neugeräten Laut Frost & Sullivan durchläuft die Ge- sundheitsversorgung im Krankenhaus auf allen möglichen Ebenen einen Wan- del, der dazu geführt hat, dass heute mehr Patienten in der subakutenVersor- gung als auf Intensivstationen behan- delt werden. Es ist anzunehmen, dass bis 2025 die Krankenhäuser mehr Neuin- stallationen haben werden als der Er- satzmarkt und die Entwicklung weiter- hin weg von Intensivstationen und hin zur subakuten Versorgung verläuft. Das subakute Segment weist weltweit die höchste Zahl an Krankenhausauf- enthalten auf. In Deutschland gibt es 17 Mio. Krankenhauseinweisungen pro Jahr, wobei die durchschnittliche Auf- enthaltsdauer rund 7,2 Tage beträgt. Im Jahr 2025 wird der Schwerpunkt voraus- sichtlich auf der subakuten Versorgung liegen, da immer mehr Patienten mit kontrollierbaren Vitalparametern und Gesundheitszuständen in die subakute Versorgung verlagert werden, um die In- tensivstationen, die Ressourcen der sub- akuten Versorgung sowie die Infrastruk- tur effizient zu nutzen. Dieser Übergang von der Intensiv- pflege zur subakuten Versorgung sollte die Nachfrage nach Beatmungsgeräten erhöhen und folglich für neuen Umsatz sorgen.Eswirdlangedauern,bisdasopti- maleVerhältnis von Bett / Beatmungsge- rät in der subakutenVersorgung erreicht ist, daher dürften die Absatzmengen in den nächsten fünf bis zehn Jahren hoch ausfallen, bevor das Segment vom Ersatz- teilgeschäft geprägt wird. Es ist zu erwar- ten, dass die subakute Versorgung kon- stant anwächst, um im Jahr 2025 30 Pro- zent des Europamarkts für Beatmungs- geräte auszumachen. Der Markt für Beatmungsgeräte wird von großen Namen in der Medizintech- nik, wie etwa GE, Philips und Dräger, an- geführt. Daher wird es interessant sein, wie diese Unternehmen in der Über- gangsphase von ihrer Markenbindung seitens der Krankenhäuser profitieren und Marktanteile gewinnen. Kontakt: Katja Feick, Corporate Com- munications, Tel. 0 69/7 70 33 43, E-Mail: katja.feick@frost.com, http://www.frost.com CPAP-Versorgung Private Therapiegeräte im Krankenhaus ein Problem Menschen mit Schlafapnoe, die zu Hause ein Gerät zur sog. CPAP-Beatmung ver- wenden, dürfen es bei einem Kranken- hausaufenthalt oder beimWechsel in ein Pflegeheim häufig nicht weiter be- nutzen. In der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag) erläutern Vertre- ter medizinischer Fachgesellschaften die juristischen Hintergründe. Gleich- zeitig fordern sie gesetzliche Reformen. Continuous Positive Airway Pressure kurz CPAP bezeichnet eine Beatmungs- form, die unter anderem bei der Behand- lung von Patienten mit Schlafapnoe-Syn- drom genutzt wird. Für die Experten- gruppe um Prof. Winfried Randerath vom Krankenhaus Bethanien in Solin- gen steht fest, dass die Geräte die Lebens- erwartung und die Lebensqualität ver- bessern. Die Patienten sollten sie daher auch im Krankenhaus oder in Pflegehei- men weiter benutzen. Vor allem nach Operationen sei die CPAP-Beatmung wichtig. Der OP-Stress könne einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen und bei einer Schlafapnoe steige das Risiko weiter an. Dennoch machen nicht wenige Pati- enten in der Klinik oder im Heim die Erfahrung, dass sie ihr Gerät nicht wei- ter benutzen dürfen. Der Grund ist eine juristische Zwickmühle. „Nach der Auf- nahme sind die Patienten nicht mehr Betreiber ihrer eigenen Geräte“, erläu- tert Randerath. Die sogenannte Sach- herrschaft gehe auf die Einrichtung über und diese werde dann automatisch zum Betreiber. Als Betreiber sei sie aber ver- pflichtet, jedes Gerät vor der Anwen- dung auf Sicherheit, hygienische Unbe- denklichkeit und Funktionstauglichkeit zu prüfen.„Nur eingewiesene Pflegekräf- te dürfen das Produkt nutzen. Im Scha- densfall droht der Klinik eine Schadener- satzklage“, so Professor Randerath. Diese Risiken scheuen viele Kliniken: Sie erklären dem Patienten, das Personal sei nicht in die Anwendung eingewiesen und es sei unklar, ob das Gerät sicher sei. Im besten Fall werde dann ein Beat- mungsgerät aus dem Fundus der Klinik organisiert, berichtet Randerath. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, der Deutschen Gesell- schaft für Pneumologie und des Verban- des pneumologischer Kliniken veröf- fentlicht deshalb in der DMW ein Positi- onspapier. Die Experten fordern den Gesetzgeber und die zuständigen Be- hörden auf, sicherzustellen, „dass ein Patient das auf seine Krankheitssitua- tion eingestellte Gerät ohne Unterbre- chung im Krankenhaus oder der Pflege- einrichtung nutzen kann“. Konkret fordert die Gruppe eine Änderung der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Dort müsse festgelegt werden, dass die Patienten die Geräte unter eigener Verantwortung weiter be- nutzen können, ohne dass juristisch ein Betreiberwechsel erfolgt. Die Problema- tik besteht laut Randerath nicht nur bei Geräten zur CPAP-Beatmung, sondern im Prinzip bei allen Medizingeräten, so auch bei Insulin-Pens. ‹ i stant anwächst, um im Jahr 202530 Pro- munications, Tel. 069/7703343,

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