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MTDialog Juli 2015

77 MEDIZINTECHNIK MTD 7/2015 MT-INFO Die P.E.G. Servicegesellschaft veran- staltete im April 2015 in München ein Symposium zur Zukunft der Kranken- häuser. Wie bei einer Einkaufsgemein- schaft zu erwarten, ist diese Zukunft wirtschaftlich definiert. Dabei spielt der Wandel in der Beschaffung eine zentrale Rolle. Es ging um Produkt- und Prozessstandardisierung. Die Referen- ten erörterten das Thema aus ver- schiedenen Blickwinkeln. A nton J. Schmidt,Vorstandsvorsitzen- der der P.E.G., wies darauf hin, dass nach einer Befragung durch die Perso- nalberatung Rochus Mummert zwei Drittel der Krankenhäuser im Februar 2015angaben,unterdemKostendruckzu leiden. Ein Drittel der Häuser erachtete die Optimierung der Prozesse als schwie- rig. AktuelleHerausforderungensindnach Schmidt u. a. die unzureichende Inves- titionsfinanzierung durch die Länder, steigende Personalkosten, die steigende Dokumentationspflicht aufgrund des medizinischen Fortschritts, der Fach- kräftemangelinderPflegeundeineMiss- trauenskultur gegenüber den Kranken- häusern. Zu wenig Geld für Investitionen Prof. Dr. Rudolf Schmid, Geschäftsfüh- rer bzw. wissenschaftlicher Direktor der Firmen Vitanas in Berlin und Fogs in Köln, der die Veranstaltung moderierte, bestätigte die fehlenden Investitions- mittel im Rahmen der Förderung durch die Länder. Diese gingen von 3,9 Mrd. Euro im Jahr 1993 auf 2,7 Mrd. Euro im Jahr 2013 zurück. Bei 18,8 Mio. Kranken- hausfällen und Fallkosten pro Patient in Höhe von 4.152 Euro liegt der Investiti- onsanteilproFallsomitbeiganzen3,9Pro- zent bzw. 144 Euro. Tatsächlich investiert haben die Kran- kenhäuser laut InEK aber 313 Euro pro Fall. Das heißt, die Krankenhäuser brin- gen 169 Euro aus Eigenmitteln, sprich Mitteln aus der Leistungsvergütung, auf. Doch dies reicht noch immer nicht. Ins- gesamt notwendig wäre laut InEK sogar eine Verdoppelung der Investitionen. Dass die Länder ihren Investitionsver- pflichtungen unzureichend nachkom- men, war auch Christian Bredl, Leiter der Landesvertretung der Techniker Kran- kenkasse, ein Dorn im Auge. Die Quer- subventionierung über die DRGs führe zu einer schleichenden Einführung einer monistischen Krankenhaus-Finanzie- rung. „Wenn die Länder ihren Verpflich- tungen nicht mehr nachkommen, dann müssen sie konsequenterweise auch aus der Krankenhaus-Planung ausgeschlos- sen werden“, schlussfolgerte Bredl. Für ihn gibt es zudem zu viele Krankenhäu- ser, was z. B. auch dazu führe, dass zu viele und unnötige Operationen durch- geführt werden. Und für die Kranken- kassen verlangte er die Möglichkeit, Ein- zel- anstatt Kollektivverträge mit diffe- renzierten Vergütungen abzuschließen. Um aus der Finanzmisere zu kommen, sollte sich auch der Krankenhaus-Ein- kauf neu orientieren, forderte Schmid. Wichtig sei, sich nicht nur auf den Preis zu konzentrieren, sondern auch auf die Qualität und den medizinischen Fort- schritt. Er empfahl, dass der Einkauf ins Zentrum des Krankenhaus-Unterneh- mens rücken sollte, eine Kooperation in Form von Einkaufsgemeinschaften und die Erweiterung der Beschaffung über den Sachgüterbereich hinaus auf das Vertragswesen, Versicherungen und die Logistik. Oberste Devise müsse aber lau- ten: Compliance beachten. „Im Rahmen der Investitionsgüter müssen Einkaufsentscheidungen unter Beachtung der konzeptionellen Zielset- zung des Krankenhauses interdisziplinär abgestimmt werden“, empfahl Schmid. Notwendig seien ein mittelfristiger Be- schaffungsplan, eine Abstimmung des Produktspektrums mit der Einkaufsge- P.E.G.-Symposium Wirtschaftlich geht anders als billig Anton Schmidt eröffnete den Vortragsreigen. Prof. Rudolf Schmid moderierte die Veranstaltung sachkundig. Christian Bredl will für die Kran- kenkassen Einzel- verträge mit Kran- kenhäusern.

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