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MTDialog Juli 2015

MEDIZINTECHNIK MTD 7/201582 MT-INFO dass die Zahl der Geräte im Low-Cost- Segment wachse: Nicht jedes Kranken- haus brauche jede innovative Funktio- nalität. Sein Kollege Helmut Geck von Zim- mer Germany (Freiburg) beklagte, dass man mit jeder Preisverhandlung an Mar- ge verliere:„Wir sind noch nie mit einem höheren Preis aus einem Gespräch ge- gangen.“ Darüber hinaus bemängelte er, dass die Akzeptanz in Sachen E-Com- merce bei den Kliniken weiter stagniere. Seit Jahren liege der Anteil der elektroni- schen Aufträge bei unter 30 Prozent – und dies bei 600 bis 800 Aufträgen pro Tag. Der frühere Krankenhausgeschäfts- führer Günther Nierhoff entgegnete, dass allerdings auch längst nicht alle Medi- zinprodukte-Lieferanten „E-Commerce können“. Ihre Wünsche an die Industrie formu- lierten Klinikvertreter: Laut Dr. Klaus Kraft, Chefarzt bei den Kreiskliniken Ess- lingen, sollten die Unternehmen „vor allem Qualität liefern“ und die Anwen- der fair beraten. Ralf Bannwarth, Leiter Materialwirtschaft der Alb-Fils-Kliniken, wünschte sich mehr Beratung, wie die Krankenhäuser einsparen könnten. Hier sieht allerdings Dr. Martin auch die Ein- kaufsgemeinschaften in der Pflicht: Weg vom reinen Einkauf, hin zur Beratung. Zukunftsszenario Zum Abschluss des zweitägigen Kon- gresses entwarf Dr. Gerhard Sontheimer, langjähriger Krankenhaus-Vorstand, ein „ZukunftsszenarioKrankenhauseinkauf“. Bis in zehn Jahren könnte der Anteil der privaten Träger am Krankenhausmarkt von insgesamt circa 100 Mrd. Euro rund 50 Prozent ausmachen. Die sechs größ- ten Träger kämen allein auf 38 Prozent. Fünf großeVerbünde von freigemeinnüt- zigen Trägern halten etwa ein Viertel des Marktes. Außerdem gebe es dann zwei Dutzend regionale Verbände von Klini- ken in öffentlicher Trägerschaft. „Alleinstehende Häuser mit weniger als 500 Betten werden langfristig nicht überleben“, sagte Sontheimer. Spezialis- ten seien künftig gefragter als die Gene- ralisten. Qualitäts-Transparenz laute die Devise. Ziel müsse eine maximale Aus- lastung von OPs, Intensivstationen, Geräten usw. sein. Da die Personalkos- ten kaum reduziert werden könnten, müsse an den Sachkosten angesetzt werden, um Ressourcen freizusetzen. Künftig könnten zudem „hausspezifi- sche Basisfallwerte“ über eine wachsen- de Zahl von Selektivverträgen eine Rolle spielen. Lieferantenzahl radikal reduzieren Aufhorchen lassen auch Sontheimers Thesen in Richtung Lieferanten: Statt 500 bis 1.000 sollte ein Krankenhaus die Zahl mindestens auf unter 200 reduzie- ren – optimal wären weniger als 100. Zentralisierung sei vor allem bei B- und C-Produkten gefordert. Denn zum Pro- duktpreis komme auch noch der An- schaffungsaufwand.BeiGerätenstünden heutenochdie„bestenLebenszykluskos- ten“ im Fokus, künftig müsse es der qua- litäts- und kostenmäßig beste Prozess im Kontext des Bedarfs sein, so Sontheimers Definition. Immer wichtiger würden auch Indus- triepartnerschaften für Sekundär- und Tertiär-Prozesse. Er nannte hierfür Bei- spiele aus seiner Zeit bei der Gesundheit Nordhessen Holding, in der solche Part- nerschaften geschlossen wurden in den Segmenten Radiologie, Elektromedizin, Logistik und Sterilgutversorgung. Für die Lieferanten zu beachten sind auch die wachsende Zahl von Vergaben über Internet-basierte Schnellausschreibun- gen und die Abwicklung der Logistik durch überregionale Dienstleister. ras Dr. Gerhard Sontheimer wagte aufgrund aktu- eller Trends einen Ausblick in die Zukunft. Prospitalia-Geschäftsführer Markus Wild (r.) und Bradley Gould (l.) zeichneten die besten Lieferanten aus. Prospitalia-Geschäftsführer Bradley Gould begrüßte die Teilnehmer. Fotos (5): Prospitalia Foto:MTD/Straub

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