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MTDialog Juli 2015

83 MEDIZINTECHNIK MTD 7/2015 MT-INFO Behandlungsfehler-Statistik Medizinprodukte in unter einem Prozent beteiligt 14.663 Behandlungsfehlervorwürfe (+78) haben die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) 2014 begutachtet. In jedem vierten Fall be- stätigten die Gutachter den Verdacht der Patienten.Von diesen 3.796 Fällen (+109) gehen gerade einmal 18 (unter 0,5 %) auf Medizinprodukte zurück. Das geht aus der Jahresstatistik der Behand- lungsfehler-Begutachtung hervor. Zu den 209 folgenschweren und zu- gleich in der Regel sicher vermeidbaren Ereignissen zählen 67 Fälle von hoch- gradigem Dekubitus (2013: 62), der wäh- rend stationärem Aufenthalt (Klinik/ Heim) erworben wurde. Je fünf Mal wurde ein falsches Implantat bzw. eine falsche Prothese verwendet bzw. stand ein Todesfall bzw. schwerer Schaden in Zusammenhang mit einem Medizin- produkt, das nicht bestimmungsgemäß genutzt wurde. Zwei weitere schwerwie- gende Fälle gingen auf die Kontamina- tion eines Medikamentes oder Medizin- produktes zurück. Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäfts- führer des MDS erklärte: „Auch bei größter Sorgfalt passieren Fehler im Krankenhaus, in der Arztpraxis und in der Pflege. Uns geht es um einen offe- nen Umgang mit Fehlern, damit die Patienten entschädigt werden. Zudem müssen die Fehler systematisch analy- siert werden, damit sie in Zukunft ver- mieden werden können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Umstände zum Fehler geführt haben.“ Knapp zwei Drittel der Behandlungs- fehlervorwürfe betrafen Behandlungen in Krankenhäusern, ein Drittel nieder- gelassene Ärzte. Die meisten bezogen sich auf chirurgische Eingriffe: 7.845 Fäl- le stehen in direktem Zusammenhang mit Operationen. Ein Behandlungsfeh- ler wurde in 24,3 Prozent dieser Fälle gutachterlich festgestellt. „Dies hat nach unserer Erfahrung damit zu tun, dass bei einem postoperativen Behandlungs- verlauf, der nicht den Erwartungen ent- spricht, der Verdacht auf einen Behand- lungsfehler naheliegt, während Fehler bei der Medikation von Patienten oft nicht wahrgenommen werden“, erläu- tert Prof. Dr. Astrid Zobel, Leitende Ärztin des MDK Bayern. Gehälter in der Medizintechnik Die Düsseldorfer Jobbörse Stepstone befragte online 50.000 Fach- und Füh- rungskräfte zu ihren Gehältern. 70 Pro- zent der Befragten waren Fachkräfte ohne Personalverantwortlichkeit, 30 Prozent Führungskräfte. Der daraus entstandene Gehaltsreport gliedert die durchschnitt- lichen Bruttojahresgehälter inkl. Boni, Provisionen, Prämien usw. nach Berufs- feldern, Regionen, Branchen und Berufs- erfahrung auf. Auch die Medizintechnik ist als Branche in dem Report aufgeführt. Grundsätzlich wird in der Medizintech- nik gut verdient. Unter den zehn Top-Branchen ran- giert die Medizintechnik mit einem Durchschnittsgehalt von 57.804 Euro auf Rang 7. Spitzenreiter sind die Ban- ken mit einem Gehalt von 62.451 Euro für Fach- und Führungskräfte.Wer einen akademischen Abschluss hat, verdient in der Medizintechnik mit einer Berufs- erfahrung von bis zu zwei Jahren 48.337 Euro, was sich bis auf 64.253 Euro stei- gert bei einer Berufserfahrung von über zehn Jahren. Wer nur über einen schuli- schen Abschluss verfügt, kann mit einer Berufserfahrung von bis zwei Jahren mit 35.001 Euro und mit mehr als zehn Be- rufsjahren mit 52.757 Euro rechnen. Differenziert nach Berufsfeldern ver- dienen Ingenieure und Angehörige tech- nischer Berufe in der Medizintechnik durchschnittlich 58.122 Euro (Rang 8). Für diese Berufsgruppen bezahlt die Telekommunikationsbranche mit 62.722 Euro am meisten. Wer im Marketing eines Medizintech- nik-Unternehmens tätig ist, kann mit einem Durchschnittsgehalt von 59.861 Euro rechnen (Rang 7). Der Kollege aus der Pharmaindustrie (Rang 1) kann da- gegen mit 67.854 Euro rechnen. Vertriebsmitarbeiter in Medizintech- nik-Unternehmen (Rang 7) kommen auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von 62.289 Euro. In der Luft- und Raumfahrt- Industrie (Rang 1) sind es 66.363 Euro. Mitarbeiter im Bereich Einkauf und Logistik verdienen in der Medizintech- nik durchschnittlich 62.079 Euro. Damit belegt die Medizintechnik in diesem Bereich den ersten Rang. ‹ i Die höchste Quote an bestätigten Behandlungsfehlern findet sich jedoch nicht in der Chirurgie. Am häufigsten wurde ein Fehlervorwurf in der Pflege bestätigt (57,8 % von 590), gefolgt von der Zahnmedizin mit (39,2 % von 1.419), der Allgemeinchirurgie (27,5 % von 1.642) sowie der Frauenheilkunde und Geburtshilfe (27 % von 1.144). Abruf der Jahresstatistik unter: www.mds-ev.de/media/pdf/6_- _Jahresstat-BHF-Begutacht_2014- MDS-MDK.pdf Sprechstundenbedarf in Baden-Württemberg Die Ärztezeitung berichtete von der Vertreter-Versammlung der KV Baden- Württemberg. Unter anderem ging es um den Sprechstundenbedarf. Berichtet wurde, dass zwischen 2009 und 2014 die Prüf- bzw. Regressanträge jeweils im ersten halben Jahr um 71 Prozent auf zuletzt 1.547 gesunken sind. Auch die Bearbeitungszeit konnte stark verkürzt werden. Diese positive Entwicklung hat meh- rere Ursachen: 1. Die Bagatellgrenze wurde von 25,56 auf 75 Euro erhöht. 2. Ärzte erhalten mit dem Honorarbe- scheid eine individuelle Sprechstun- den-Negativliste mit potenziell zu beanstandenden Verordnungen. 3. Auf ihrer Internetseite hat die KV zu- dem umfangreiche Informationen zum Sprechstundenbedarf hinterlegt (u. a. Listen zulässiger Produkte, Negativlisten regressgefährdeter Mit- tel nach Fachgruppen): www.kvba- wue.de/verordnungen/sprechstun- denbedarf/ Weiter will die KV Baden-Württemberg ab Juli im Internet eine Eingabemaske für geplante Rezepturen für den Sprech- stundenbedarf anbieten, die von Bera- tern geprüft werden. Außerdem sollen ab Sommer 2015 die Apotheken einge- bunden werden. Die Apotheken sollen über Änderungen bei den Sprechstun- denbedarfs-Vereinbarungen informiert werden, sodass sie ggf. dem Arzt Hin- weise geben können. ‹

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