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(09/2021) Im Mittelpunkt der jüngsten rehaVital-Aufsichtsratssitzung stand die aktuelle Ausrichtung in Sachen Digitalisierungs-Strategie. Sie ist geprägt vom Schulterschluss mit dem IT-Dienstleister CSE, an dem rehaVital nun mehrheitlich beteiligt ist. Ebenso auf dem Programm: die aktuelle geschäftliche Entwicklung und die Neuwahlen des Aufsichtsrates.

Ende Juni traf sich der Aufsichtsrat der rehaVital in der Hamburger Zentrale und tauschte sich via Liveübertragung mit den Gesellschaftern aus.

Ausblick 2021: Wirtschaftliche Erholung setzt ein
Den Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr übernahm rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn mit den prognostizierten Einkaufsentwicklungen der einzelnen Bereiche. Für die stark von Covid-19 gebeutelten Bereiche Reha und Orthopädietechnik rechnet man mit einer leichten Erholung bis zum Jahresende.  Die Medizintechnik steht derzeit noch vor großen Herausforderungen mit unklarer Tendenz. Eine positivere Entwicklung mit einer Steigerung um vier bis fünf Prozent wird in den Bereichen Homecare und Sanitätshaus erwartet.  Unterm Strich wird für das laufende Jahr mit einem Wachstum von vier Prozent kalkuliert. Die Prognose für 2022 ist mit einem Plus von ca. acht Prozent angesetzt. Die hohe Dynamik im Hilfsmittelmarkt mache sich mitunter in der Veränderung der Vertriebswege bemerkbar. Die rehaVital fokussiere aus diesem Grund die Partnerschaft mit Anbietern digitaler Versorgungslösungen. Dafür werde ein intensiver Austausch mit anderen Marktpartnern betrieben mit dem Ziel, strategische Netzwerke zu knüpfen, die nachhaltig aufgebaut werden können. „Wir werden gemeinsame Wege mit unseren Mitgliedern gehen und auch mit den Wettbewerbern“, so Jens Sellhorn zum Ausblick auf künftige Partnerschaften. 

rehaVital und CSE ziehen digital an einem Strang
Zur weiteren Marschrichtung im Bereich der Digitalisierung äußerten sich Jens Sellhorn, Frank Rosenbach (kaufm. Leiter der rehaVital und verantwortlich für den Bereich Digitalisierung) sowie Christof Witton, Geschäftsführer des neu gewonnenen IT-Partners CSE GmbH (wir berichteten). Nachdem die Online-Plattform reviDacon mit dem Zentralen Artikelstamm (ZAST) bereits im letzten Jahr gelauncht wurde, ist seit Mitte August das webbasierte Vertragsdokumentenmanagementsystem (kurz VDMS) live geschaltet.  Es stellt einen Kostenträgervertrag in digitaler Form dar. Das VDMS fragt verschiedenste vertragsrelevante Informationen ab und überprüft diese automatisiert gegen die einzelnen Institutionskennzeichen (IK) der Mitglieder. Mit der neu aufgesetzten zentralen Vertragsdatenbank wurde zugleich die Voraussetzung geschaffen, vielen verschiedenen Akteuren eine offene Schnittstelle zur Anbindung zu ermöglichen.  Die ersten Anbindungen sind mit Entlassmanagementplattformen geplant, mit Recare Deutschland hat die rehaVital bereits den ersten Vertrag zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Zudem werden Pilotprojekte mit weiteren Anbietern durchgeführt. Dabei kann die Schnittstelle an die Anforderungen des Drittanbieters angepasst werden. Andere Anbindungsmöglichkeiten sind mit B2C-Plattformen, die den Patienten im Markt direkt ansprechen, vorstellbar. Die rehaVital plant, mit den Adressinformationen ihrer Mitglieder auf diesen Plattformen vertreten zu sein.  Um den Prozess frühzeitig kennenzulernen, wurde auch für das E-Rezept ein Projekt gestartet. Ziel ist der Aufbau einer auf die Bedürfnisse der Branche gerichteten Infrastruktur. CSE hat im Apothekenbereich bereits Erfahrungen mit der Umsetzung des E-Rezeptes sammeln können. 

Der aktuell gewählte Aufsichtsrat (v. l.): Alexander Pohl (Häussler Medizin- und Rehatechnik), Rahel Weidlich (Karl Fronhäuser), Stephan Thoma (Schaub), Stefan Wurster (Sanitätshaus Wurster), Matthias Kranz (hinten, Medizintechnik Jürgen K. Kranz), Heike Peter (R. Brandau & Sohn), Peter Kraft (Sanitätshaus Emil Kraft), Detlef Möller (Aufsichtsratsvorsitzender, Sanitätshaus Stolle), Ralf Lettermann (Lettermann Sanitätshaus), Jörg Reisgies (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, Brandes & Diesing). Foto: rehaVital

Neuwahlen beim Aufsichtsrat
Auf dem Programm standen auch die Neuwahlen zum Aufsichtsrat sowie zum Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung an. Die Kandidatinnen und Kandidaten wurden über das schriftliche Umlaufverfahren wiedergewählt. Für Harald Fischer rückte Rahel Weidlich von Karl Fronhäuser aus Mainz in den Aufsichtsrat nach. „Veränderungsprozesse begleite ich seit drei Jahren sehr intensiv, dies möchte ich gerne auch außerhalb meiner täglichen Arbeit tun. Als Nicht-Handwerker betrachte ich viele Dinge aus einer anderen Sichtweise und diese Erfahrung möchte ich gerne bei der rehaVital einbringen“, so Weidlich. Eine emotionale Note hatte die Verabschiedung von Harald Fischer aus dem Aufsichtsrat. Neben seiner Aufsichtsratstätigkeit hatte er außerdem intensiv im Personal- und Prüfungsausschuss mitgewirkt. Nach 20 Jahren beendete er nun seine Amtszeit aus persönlichen Gründen. Sein Wunsch für die zukünftige Entwicklung der Branche: „Es geht nur gemeinsam. Reichen wir uns die Hände und versuchen, nicht verschiedene Wege zu gehen“. 

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