(MTD 7/2018) Opta-Data-Analyse zu Rollstühlen

Trends in der Produktgruppe 18

Es rollt und rollt und rollt

Die folgende Marktanalyse bezieht sich auf die Grundgesamtheit aller Sanitätshäuser und Medizintechnikbetriebe in Deutschland. Ausgangspunkt der Hochrechnung sind alle durch die Opta-Data-Kunden zulasten der GKV abgerechneten Positionsnummern in den umsatzstärksten Gruppen der Produktgruppe 18 – Leichtgewicht-, Toiletten- und Elektrorollstühle.

Die entsprechenden Positionsnummern können Abbildung 1 entnommen werden. Betrachtet werden die Brutto-Umsätze ohne Zuzahlung der Krankenkassen.

Leichtgewichtrollstühle im Trend

In den betrachteten Positionsnummern der Produktgruppe 18 wurden 2017 rund 680.000 Verordnungen mit einem Gesamtwert von ca. 113 Mio. Euro (brutto) zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet. Spitzenreiter unter den betrachteten Siebenstellern waren mit rund 55,6 Mio. Euro Verordnungsvolumen Leichtgewichtrollstühle (18.50.02.2). Es folgen Elektrorollstühle für den Innenraum und Außenbereich mit indirekter Lenkung (18.50.04.0) mit einem GKV-Umsatz von rund 34,6 Mio. Euro. Toilettenrollstühle (18.46.02.0) liegen mit einem GKV-Umsatz von rund 15 Mio. Euro im Jahr 2017 auf Platz 3.

Weitere rund 4,9 Mio. Euro Umsatz bringen Elektrorollstühle für den Innenraum und Außenbereich mit direkter, elektromechanischer Lenkung (18.50.04.1). Auf Elektrorollstühle für den Straßenverkehr/Außenbereich mit direkter elektromechanischer Lenkung (18.51.02.0) entfällt ein GKV-Umsatz von rund 1,3 Mio. Euro.

NRW liegt im Bundesvergleich vorne

Abbildung 2 zeigt die Verteilung der GKV-Umsätze im Bundesvergleich. In Nordrhein-Westfalen war der Bruttoumsatz von mit der GKV abgerechneten Leistungen 2017 mit rund 30 Mio. Euro am größten. Platz 2 teilen sich Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils rund 20 Mio. Euro GKV-Umsatz. Der Norden und Osten sowie große Teile des Westens bewegen sich mit jeweils rund 10 Mio. Euro oder weniger im mittleren und unteren Umsatzbereich.

Allgemeinärzte sind Hauptzuweiser

Mit ca. 62 Mio. Euro (brutto) GKV-Umsatz sind die Allgemeinärzte mit Abstand Hauptzuweiser von Leichtgewicht-, Toiletten- und E-Rollis. Gefolgt werden diese von Orthopäden (3,2 Mio.), Neurologen (3,1 Mio.) und Chirurgen (1,4 Mio.). Weitere ca. 42 Mio. entfallen auf sonstige Zuweiser. In diese Gruppen fallen unter anderen die Innere, die Physikalische und Rehabilitative Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Zuweiser ohne Arztnummer und viele mehr. Im Vergleich zu 2015 gab es in der Reihenfolge der Hauptzuweiser nur marginale Veränderungen.

Umsatz mit E-Rollis stabil

Die Bruttoumsätze mit Elektrorollstühlen entwickelten sich abgesehen von leichten Quartalsschwankungen in diesem Zeitraum nahezu konstant und changierten um einen Mittelwert von 10 Mio. Euro pro Quartal. Leicht rückläufig entwickelt sich hingegen der GKV-Umsatz mit Leichtgewichtrollstühlen. Während dieser im 1. Quartal 2014 bei rund 15 Mio. Euro lag, waren es im 3. Quartal 2017 noch rund 13 Mio. Euro. Auch der Umsatz mit Toilettenrollstühlen ging kontinuierlich leicht zurück.

Der auf einer Hochrechnung basierenden Prognose für das Jahr 2018 zufolge werden sich die durchschnittlichen GKV-Bruttoumsätze in den jeweiligen Produktgruppen weiterhin schwach rückläufig entwickeln.

von Thomas Dinse, Key-Account-Manager Hilfsmittel und Medizintechnik, Opta-Data-Gruppe

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 7/2018 (MTD-Verlag) veröffentlicht.
Weitere Grafiken in MTD 7/2018, Seite 54.
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