(MTD 2/2019) Orthesen in Apotheken und Kliniken

Stabilisierter Markt

Der Freiverkauf von Orthesen bzw. Schienen spielt in Apotheken eine große Rolle: Die Hälfte des Umsatzes und fast zwei Drittel der Einheiten entfallen auf den Barverkauf. Lediglich jede vierte Einheit wird über die gesetzliche und jedes zehnte Produkt über eine private Krankenversicherung abgerechnet. Der Markt entwickelt sich insgesamt stabil, so die Angaben des Marktforschungsunternehmens IQVIA.

Hand dominiert

Nach Absatz und Umsatz dominieren Produkte für Hand, Daumen und Finger mit 77 bzw. 65 Prozent. Allerdings nehmen die Zahlen bzw. Anteile der sonstigen Orthesen und der Produkte für Sprunggelenk und Fuß weiter zu. Der Gesamtumsatz konnte im gleitenden Zwölf-Monatswert (10/2018) leicht um 0,9 Prozent auf 3,4 Mio. Euro zulegen, während der Absatz bei 139.000 Einheiten stagniert.

Insgesamt verzeichnet der IMS Pharma­Scope im Abverkaufsverhalten der öffentlichen Apotheken knapp 70 Lieferanten. Die wichtigsten 5 (in alphabetischer Reihenfolge) kommen dabei auf einen Umsatzanteil von zusammen 72 Prozent: Bauerfeind, Bertram, Bort, 3M Medica und Lohmann & Rauscher. Die großen 5 nach Einheiten stellen 71 Prozent: Bauerfeind, Bort, Junghans, 3M und Param.

Wachsender Bedarf in Kliniken

In der Klinik werden immer mehr Patienten mit Orthesen oder Bandagen versorgt (die beiden Produktarten werden in diesem Markt gemeinsam erfasst). Nach einem deutlichen Sprung um 46.000 Versorgungen bzw. 10,1 Prozent vom Zwölf-Monatswert 2015/16 zu 2016/17 und fast 1 Mio. (14,7 %) auf 7,3 Mio. Euro hat sich das Wachstum zuletzt abgeschwächt. Im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018 ging es bei den Einheiten um 1,2 Prozent auf 506.000 und beim Umsatz auf 7,5 Mio. (+2,7 %) aufwärts.

Vor allem bei den Produkten für Arm und Hand gab es bei den Stückzahlen einen deutlichen Aufwärtstrend: von 2015/16 zu 2017/18 hat sich die Zahl auf über 80.000 mehr als verdoppelt. Stärkste Gruppe bleiben jedoch Produkte für den Rumpf mit über 303.000 Stück. Beim Umsatz kommen Rumpf-Orthesen/-Bandagen auf einen wachsenden Anteil von knapp 4 Mio. Euro, gefolgt von Schulter 1,4 Mio. und untere Extremitäten 1,2 Mio. Euro.

 

Die wichtigsten Hersteller sind: BSN Medical, Lohmann & Rauscher, Noba Verbandmittel, Posthorax sowie Ruthner. Sie kommen gemeinsam auf einen Markt­anteil von 54 Prozent, was auf einen recht diversifizierten Anbietermarkt hindeutet.

Die Analyse beruht auf Daten aus mehreren IQVIA-Studien: IMS DKB erfasst den Verbrauch in der Klinik, IMS MSA und IMS DPM erfassen den Einkauf der öffentlichen Apotheken, IMS Pharma­Scope zeigt den Abverkauf der öffentlichen Apotheken.

Weitere Infos: Alexandra Ziegenhain, Manager Solution Sales, Hospital, IQVIA, Tel. 0 69/66 04-42 26, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 2/2019 (MTD-Verlag) veröffentlicht – mit weiterer Grafik auf Seite 44.

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