(MTD 4/2020) IQVIA-Analyse zu Desinfektionsmitteln


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Kampf den Keimen

Der Markt für Desinfektionsmittel in Deutschland wächst weiter. Binnen zwei Jahren ist der Umsatz in Kliniken, Apotheken und dem sog. Mass Market um rund ein Siebtel bzw. 24 Mio. auf über 187 Mio. Euro gewachsen.

Dabei sagen immer mehr Verbraucher den Krankheitserregern den Kampf an. Denn der Umsatz mit Mitteln zur Haut- und Wunddesinfektion ist in Drogerie- und Verbrauchermärkten sprunghaft um über 70 Prozent gestiegen. Bei den Apotheken ging es lediglich um 14,6 und in Kliniken um 10,9 Prozent nach oben.Dies geht aus einer Analyse des Beratungsunternehmens IQVIA für MTD auf Basis von entsprechenden Studien für Krankenhäuser, Apotheken und den Mass Market hervor, die IQVIA für MTD zusammengestellt hat.

Im vergangenen Jahr summiert sich der Umsatz in den drei Absatzkanälen auf insgesamt 187,3 Mio. Euro. Davon entfallen 129,3 Mio. auf Kliniken (+4,4 % zu 2018), 45,6 Mio. auf Apotheken (+3,9 %) und 12,3 Mio. (+38,2 %) auf den Massenmarkt (Abb. 1).

 

Instrumenten-Mittel vor allem in der Klinik

In der Klinik (Abb. 2) zeigen Flächendesinfektionsmittel mit einem Zuwachs von 8,8 Prozent auf 44,6 Mio. Euro den stärksten Zuwachs (im Vorjahr lag dieser sogar bei 9,8 %). An Dynamik zugenommen hat auch der Absatz von Desinfektionsmitteln für Instrumente mit einem Plus von 7,1 Prozent (2018: +2,9 %) auf 33,9 Mio. Euro. Dagegen stagnieren Händedesinfektionspräparate bei 27,1 Mio. (+0,1 %), rückläufig zeigt sich der Umsatz mit Antiseptika für Haut, Wunde und Schleimhaut auf 23,8 Mio. Euro (–1,8 %) nach 10,2 Prozent Plus im Vorjahr.

 

Apotheke mit Plus bei Produkten für die Fläche

In den Apotheken konnten voriges Jahr vor allem Flächendesinfektionsmittel zulegen: um 17,2 Prozent auf 2,7 Mio. Euro. Mittel für Hände waren mit einem Plus von 9,6 Prozent auf 10,7 Mio. Euro ebenfalls stärker gefragt. Mit 31,9 Mio. (+1,2 %) zeigen sich Hautantiseptika stabil. Das Thema Instrumentendesinfektion spielt mit 224.000 Euro und einem Rückgang von 14 Prozent eine immer geringere Rolle.

Saubere Haut im Massenmarkt

Im Massenmarkt spielt Hautdesinfektion mit 10,6 Mio. und einem Anteil von 85,8 Prozent die größte Rolle, 1,7 Mio. Euro entfallen auf Wunddesinfektion. Insgesamt dominieren in Sachen Desinfektion die Drogeriemärkte mit 11,2 Mio. Euro und einem Zuwachs von 40,1 Prozent zu 2018; auf Hautdesinfektion entfallen 87,4 und auf Wunddesinfektion 12,6 Prozent. Die Verbrauchermärkte liegen mit 983.000 Euro knapp unter der Millionen-Marke. Das Wachstum ist hier mit 25,9 Prozent deutlich geringer, der Anteil an Wunddesinfektion mit 32,8 Prozent gegenüber 67,2 Prozent für die Haut deutlich höher.

Schülke & Mayr und Paul Hartmann sind sehr präsent

In Drogeriemärkten sind bei der Hautdesinfektion nur wenige Hersteller namentlich vertreten. Vielfach finden sich Handelsmarken im Sortiment. Ansonsten sind in der IQVIA-Statistik erfasst: Districon, Paul Hartmann, Schülke & Mayr sowie Avitale. Bei der Wunddesinfektion sind es Beiersdorf, Schülke & Mayr sowie Merz.

Auf alle Anwendungsgebiete bezogen entfallen in der Apotheke auf fünf Hersteller 91,2 Prozent des Marktes, auf die übrigen mehr als 100 nur 8,8 Prozent. Hauptakteure sind Schülke & Mayr, Paul Hartmann, Reckitt Benckiser, Mundipharma und B. Braun.

Etwas diversifizierter stellt sich der Markt in der Klinik dar. Hier kommen die sonstigen über 110 Lieferanten immerhin auf 25,8 Prozent des Umsatzes. Die großen Fünf vereinen 74,2 Prozent: Schülke & Mayr, Paul Hartmann, Ecolab, Chemische Fabrik Dr. Weigert sowie Dr. Schumacher.

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Weitere Infos: Dr. Gisela Maag, IQVIA Commercial GmbH & Co. OHG, Tel. 0 69/66 04-48 88, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quellen:
IMS Krankenhausindex (DKM): Arzneimittel-Verbrauchsstudie der IMS Krankenhausforschung.
IMS PharmaScope: Die Daten umfassen die Arzneimittelabgaben der Apotheken für den GKV-Markt, Privatrezepte und Barverkäufe.
IMS Consumer Report Apotheke: kontinuierliche Marktstudie über die Verkäufe von rezeptfreien Arzneimitteln und Nichtarzneimitteln/diätetischen Lebensmitteln sowie Medizinprodukten in öffentlichen Apotheken und Versandhandelsapotheken in Deutschland.
IMS OTC Report/IMS GesundheitsMittelStudie (GMS) Mass Market: integriert die wichtigsten LEH-Vertriebskanäle für rezeptfreie Arznei- und Gesundheitsmittel – Drogerie- und Verbrauchermärkte, traditioneller Lebensmitteleinzelhandel und kooperierende Discounter (exklusive Aldi, Lidl, Norma).

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 4/2020 (MTD-Verlag) veröffentlicht – mit weiteren Grafiken auf Seite 45.

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