(06/2020) Opta-Data-Analyse PG 18


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Aus dem Leichtgewicht gebracht

Die folgende Marktanalyse bezieht sich auf die Grundgesamtheit aller Sanitätshäuser und Medizintechnikbetriebe in Deutschland. Ausgangspunkt der Hochrechnung sind alle durch die Opta-Data-Kunden zulasten der GKV abgerechneten Positionsnummern in den umsatzstärksten Gruppen der Produktgruppe 18 – Leichtgewicht-, Toiletten- und Elektro-Rollstühle.

Die entsprechenden Positionsnummern können Abbildung 1 entnommen werden. Betrachtet werden die Netto-Umsätze ohne Zuzahlung der Versicherten.

Abbildung 1

In den betrachteten Positionsnummern der Produktgruppe 18 wurden 2019 durch Opta-Data-Kunden rund 700.000 Verordnungen mit einem Gesamtwert von ca. 122 Mio. Euro (netto) zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet. Spitzenreiter unter den betrachteten Siebenstellern waren mit ca. 53,5 Mio. Euro Verordnungsvolumen Leichtgewichtrollstühle (18.50.02.2). Gefolgt wurden diese von Elektrorollstühlen für den Innenraum und Außenbereich mit indirekter Lenkung (18.50.04.0), auf die ein GKV-Umsatz von rund 44,8 Mio. Euro entfiel. Toilettenrollstühle (18.46.02.0) lagen mit einem GKV-Umsatz von rund 15 Mio. Euro im Jahr 2019 auf Platz 3.

Weitere rund 4,3 Mio. Euro Umsatz brachten Elektrorollstühle für den Innenraum und Außenbereich mit direkter, elektromechanischer Lenkung (18.50.04.1). Auf Elektrorollstühle für den Straßenverkehr/Außenbereich mit direkter elektromechanischer Lenkung (18.51.02.0) entfielen rund 1,2 Mio. Euro.

NRW im Bundesvergleich vorn

In Nordrhein-Westfalen war der Umsatz von mit der GKV abgerechneten Leistungen 2019 mit rund 31 Mio. Euro am größten. Platz 2 teilen sich Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils rund 16 Mio. Euro GKV-Umsatz. Darauf folgt Niedersachsen mit rund 12 Mio. Euro GKV-Umsatz.

Sonstige Ärzte Hauptzuweiser

Mit 72,1 Mio. Euro GKV-Umsatz sind die Sonstigen Ärzte mit Abstand Hauptzuweiser von Leichtgewicht-, Toiletten- und E-Rolli. Zu den Sonstigen Ärzten zählen unter anderem die Physikalische und Rehabilitative Medizin, die Kinder- und Jugendmedizin und Zuweiser ohne Arztnummer (z. B. Krankenhäuser). Gefolgt werden diese der Reihe nach von Chirurgen (27,4 Mio.), Allgemeinmedizinern (9,5 Mio.) und Ärzten der Inneren Medizin (8,2 Mio.). Weitere rund 3 Mio. entfallen auf Neurologen (2 Mio.) und Orthopäden (1 Mio.).

Rückläufiger Umsatz bei Leichtgewichtrollstühlen

Die Umsätze mit Elektrorollstühlen entwickelten sich abgesehen von leichten Quartalsschwankungen von 2017 bis 2019 leicht positiv mit einem Trend um den Mittelwert von 12,5 Mio. Euro pro Quartal. Leicht rückläufig entwickelt sich hingegen der GKV-Umsatz mit Leichtgewichtrollstühlen. Während dieser im 1. Quartal 2017 bei rund 14,5 Mio. lag, waren es im 3. Quartal 2019 noch rund 13 Mio. Euro. Auch der Umsatz mit Toilettenrollstühlen ging zwar schwach, aber dennoch kontinuierlich zurück.

Nach einer auf einer Hochrechnung basierenden Prognose werden 2020 die durchschnittlichen GKV-Umsätze bei den Elektrorollstühlen ansteigen, während sich die Umsätze der Leichtgewichtrollstühle weiterhin schwach rückläufig entwickeln. Inwiefern sich diese Prognose für das laufende Jahr in den Bereichen Leichtgewicht-, Elektro- und Toilettenrollstühle tatsächlich fortsetzen wird, müssen die Analysen des kommenden Jahres zeigen.

von Thomas Dinse, Key-Account-Manager Geschäftsbereich Hilfsmittel und Medizintechnik, Opta-Data-Gruppe

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 6/2020 (MTD-Verlag) veröffentlicht – mit weiteren Grafiken auf den Seiten 45 und 46.

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