Ultraschallgeräte-Markt: Ambulant wächst, stationär schrumpft


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(07/2022) Andreas Bätzel, Manager Innovation Medizintechnik und Gesundheitsmarkt im ZVEI-Fachverband Elektromedizinische Technik

Der Markt für Ultraschalldiagnosesysteme in Deutschland liegt mit 230 bis 250 Mio. Euro Umsatzvolumen seit Jahren auf einem insgesamt stabilen Niveau. Dabei war der Gesamtumsatz 2021 im Vergleich zum Vorjahr um rund 7 Mio. leicht rückläufig (-3 %). Zudem kam es u. a. zu Verschiebungen vom stationären (-12 %) in den ambulanten Bereich (+8 %).

Der negative Sondereffekt der Corona-Pandemie wurde durch einen ausbleibenden Schub durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) verstärkt. Der jüngste Trend zeigt auch eine Zurückhaltung beim Kauf höherwertiger Systeme.

Die Pandemie hat generell Kontakte zwischen Herstellern und ihren Kunden stark beschränkt. Selbst die Leitmesse Medica in Düsseldorf im vergangenen November verzeichnete nur ein Drittel des üblichen Besucheraufkommens. Innovative Medizinprodukte und insbesondere in der Nutzung dynamische Ultraschallsysteme aber erfordern den direkten Austausch, eine Möglichkeit des Ausprobierens und umfangreiche Einweisungen, um die sachgemäße Anwendung sicherzustellen.

Technologiepartnerschaften haben das Einkaufsverhalten von Kliniken verändert. Im Gegensatz dazu erreichten im Bereich der niedergelassenen Ärzte Neuinvestitionen wie auch Ersatzanschaffungen annähernd wieder das Vorkrisenniveau.

Jährlich werden in Deutschland zwischen 8.500 und 9.000 Systeme vertrieben – Gebrauchtsysteme wie auch neuwertige. Angesichts des akuten Pandemiebedarfs waren 2020 zudem viele Anschaffungen – begünstigt u. a. auch durch die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung – vor allem im Bereich „Point of Care“ vorgezogen worden. 2021 dagegen wurden größtenteils Ersatzbeschaffungen getätigt.

Drei Gründe für Rückgang

Besonders auffällig ist ein Umsatzrückgang im vierten Quartal 2021. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank er um 20 Prozent. Grund dafür ist erstens, dass öffentliche Ausschreibungen durch die Unsicherheiten während der Corona-Pandemie zurückgingen oder ganz ausblieben. Zweitens wirkte sich die Förderung im Rahmen des KHZG weniger positiv auf die Auftragslage im Gerätebereich aus als von vielen erwartet. Und drittens – wie in vielen anderen Branchen auch – sorgte der globale Mangel an Halbleitern dafür, dass wesentlich weniger Ultraschallsysteme gefertigt und ausgeliefert werden konnten.

Die Knappheit von Komponenten und Bauteilen, Störungen in den Lieferketten wie auch die Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs sorgen auch weiterhin für Verzögerungen. Der ZVEI geht davon aus, dass sich dieser Trend noch mindestens bis Mitte 2022 fortsetzen wird.

 

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