Orthesen: In der Apotheke viele Selbstzahler


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(07/2022) Der Markt für Orthesen unterscheidet sich zwischen den Absatzkanälen Apotheke und Klinik. Stagniert der Umsatz in der Apotheke, so steigt er in der Klinik jüngst wieder an. Dominiert in der Apotheke der Anwendungsbereich Hand, ist es im stationären Sektor der Rumpf. Dies ergibt eine MTD-Analyse von Auswertungen des Beratungsunternehmens IQVIA, die für diese Ausgabe erstellt worden sind.

In den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 liegen Absatz und Umsatz deutlich unter den vorherigen Jahren. Dies zeigen die entsprechenden gleitenden Zwölf-Monats-Werte von März bis Februar der jeweiligen Folgejahre. Jüngst konnte der Absatz nach Packungen sich wieder leicht erholen. Während Hand-Orthesen von 1,96 Mio. auf 1,99 Mio. Euro wieder zulegen konnten, setzte sich der Abwärtstrend bei Orthesen rund um den Fuß von 634.000 auf 587.000 Euro fort.

Über die gesetzliche Krankenversicherung wird nur rund ein Viertel des Umsatzes erzielt, 15 Prozent werden über die PKV abgerechnet, der Großteil läuft in der Apotheke jedoch über die Barzahlung der Kunden, sprich: Freiverkauf. Während bei Orthesen für Hand und Finger der Freiverkauf deutlich dominiert, liegt der Erlös durch GKV und PKV vereint rund um den Fuß über dem Barumsatz, bei sonstigen Orthesen und Ellenbogen deutlich darüber; Beinorthesen werden ausschließlich über die GKV abgerechnet.

IQVIA erfasst in der entsprechenden Studie 57 Hersteller. Davon decken die Top 5 rund 80 Prozent des Marktumsatzes ab (in alphabetischer Reihenfolge): 3M Medica, Bauerfeind, Bort, Lohmann & Rauscher, Sporlastic.

Markt in der Klinik

Für den Klinik-Bereich sind insgesamt 67 Hersteller verzeichnet. Dieser Markt ist von Anbieterseite auch dadurch vielfältiger, dass die Top 5 lediglich gut die Hälfte des Umsatzes (54 %) ausmachen: Andanza, BSN Medical, Krewi Medical, Posthorax, Ruthner.

Mit rund 6,7 Mio. Euro liegt de Orthesen-Umsatz im Klinikmarkt im jüngsten Zeitraum zwar knapp eine Mio. bzw. 16 Prozent über dem Vorwert, jedoch noch ca. 0,4 Mio. unter dem Vor-Corona-Niveau. Ein vergleichbares Bild ergibt sich beim Absatz, der jüngst von den Zähleinheiten her allerdings nur halb so stark zulegen konnte wie der Umsatz. Produkte für Rumpf, Schulter und untere Extremitäten dominieren.

Rumpforthesen liegen inzwischen mit 3,59 Mio. Euro sogar wieder leicht über dem Vor-Corona-Niveau; dies trifft auch auf die Einsatzorte Arm/Hand, Hals/Kopf und mit deutlichem Plus auf Hüftorthesen zu. Dagegen haben Produkte für die Schulter sowie die unteren Extremitäten trotz jüngstem Zuwachs noch deutlichen Nachholbedarf.

Die Analyse beruht auf Daten aus mehreren IQVIA-Studien: IMS DKB erfasst den Verbrauch in der Klinik, IMS MSA und IMS DPM erfassen den Einkauf der öffentlichen Apotheken, IMS Pharma-Scope zeigt den Abverkauf der öffentlichen Apotheken.

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