Öffentliche Apotheken/Stoma-Markt

Umsätze rasen in den Keller

(MTD 4/2012) Der Markt für Produkte zur Stomaversorgung in den öffentlichen, niedergelassenen Offizin-Apotheken hat sich in den letzten fünf Jahren sehr negativ entwickelt. In den Versandhandelsapotheken ist noch kein nennenswerter Umsatzanteil zu finden. Insgesamt lag der Umsatz im 12-Monats-Wert Januar 2012 bei 35,9 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr wurde damit ein Rückgang von 10,5 Prozent verzeichnet. Im Verlauf der letzten fünf Jahre ist der Apothekenmarkt um ein gutes Drittel geschrumpft. 2008 lag der Umsatz noch bei knapp 56 Mio. Euro.

Diese Entwicklung ist wahrscheinlich überwiegend auf die Veränderungen in den Versorgungsstrukturen zurückzuführen. Die Offizin-Apotheken halten den Löwenanteil von 98,8 Prozent des Umsatzes und sind auch für diese negative Entwicklung verantwortlich (–10,9 %). Im Apotheken-Versandhandel (Internet-Apotheken mit Verkäufen von rezeptfreien Produkten an Kunden in Deutschland) sind immer noch sehr wenige Verkäufe für diese Produktgruppe zu verzeichnen: nur 418.000,ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Absatz in Packungen sieht das Bild nicht anders aus: Ein starker Rückgang über die letzten beiden 12-Monats-Werte auf jetzt noch 733.000 Packungen (Anteil 98,1%, Entwicklung –10,4%). Der Apotheken-Versandhandel verzeichnet mit 1,9 Prozent Absatzanteil einen etwas höheren Anteil als beim Umsatz.

Zuwachs im Segment Stoma-Hautpflege-Produkte

Das mit Abstand größte Segment sind Beutel und Zubehör. Sie machen 85 Prozent des Stomamarktes in den Apotheken aus und bestimmen daher die Entwicklung des Gesamtmarktes am deutlichsten mit: Der Gesamtumsatz hier sank gegenüber dem Vorjahr um 11,8 Prozent auf jetzt noch 30,5 Mio. Euro. Stoma-Hautschutzmittel (d. h. speziell ausgewiesene Produkte für die Hautschutzpflege bei Stomapatienten) sind das zweitgrößte Segment. Sie erreichen jetzt 11,6 Prozent des Stomaprodukte-Marktes in Apotheken. Dieses Segment entwickelt sich etwas weniger rückläufig (–3,4%). Nach Packungen machen sie jetzt sogar schon 21 Prozent aus (–5,7%). Der Umsatz- und Absatz-Anteil der ohne Rezept gekauften Produkte liegt unter 10 Prozent, der Löwenanteil der Produkte wird also mit einem Rezept der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung eingelöst.

Irrigatoren spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Sie erreichen 3,1 Prozent vom Umsatz und 9 Prozent des Absatzes. Die führenden drei Hersteller im Segment Stomaversorgung vereinen derzeit über 80 Prozent des Umsatzes mit Stomaprodukten in öffentlichen Apotheken auf sich.

Weitere Infos: The Nielsen Company, (Germany) GmbH, Frankfurt/Main, Pharma & Healthcare Services, Kerstin Büttel, Tel. 0 69/79 38-4 16, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!