Anzeige

Markt unter Druck

Teilbetrachtungen aus dem seit 2006 von der Opta Data Abrechnungs GmbH (Essen) für den Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, Dortmund, erstellten OT-Panel sind in MTDialog bereits mehrfach veröffentlicht worden. Bei der Analyse der Daten für die Produktgruppe 11 (Hilfsmittel gegen Dekubitus) werden neben der Umsatzentwicklung der kompletten PG 11 auch die Bedeutung der „Anwendungsorte“ (4-stellige Hilfsmittelverzeichnisnummer) betrachtet für die drei im OT-Panel definierten Umsatzgrößen (kleine, mittlere und große Betriebe) im Jahr 2011.

Eine Fünf-Jahres-Analyse von Abrechnungsdaten zur Thematik „Dekubitus“ auf Ebene der Produktart (7-stellige Hilfsmittelnummer) ist durch einige Umgruppierungen (z. B. 2008) von Produkten innerhalb der PG 11 und aus dieser Produktgruppe in die PG 20 (Lagerungshilfen) kaum möglich. Daher beschränkt sich diese Auswertung auf den Anwendungsort. Auch hier muss beachtet werden, dass einige Untergruppen schlicht als „nicht besetzt“ im Hilfsmittelverzeichnis geführt werden. Dennoch kristallisieren die Daten einige klare Trends heraus und zeigen deutlich die Unterschiede zwischen den Betriebsgrößen auf.

 

Umsatz im Trend konstant

(MTD 9/2012) Quasi als Fortschreibung des MTDArtikels zum Thema „Dekubitus“ (in 2/2010) zeigt die Grafik 1 die Umsatzentwicklung in der PG 11 von 2007 bis 2011. 2010 gab es bei den GKV-Abrechnungsumsätzen aller 1.200 OT-Panel-Betriebe ein Plus von gut 8 Prozent auf 17,8 Mio. Euro. 2011 zeigt sich der Umsatz mit ca. 16,5 Mio. Euro wieder auf dem Niveau der Jahre 2008 und 2009. Betrachtet man den gesamten Zeitraum von fünf Jahren, ist der Umsatz mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus als konstant zu bewerten.

Anzahl nimmt zu

Dies lässt sich allerdings nicht für die Anzahl der abgerechneten Positionsnummern sagen. Hier verzeichnet Opta Data bei den OT-Panelbetrieben (nur IK 330...) eine Steigerung von über 55 Prozent von 2007 bis 2011. Dieser Zuwachs ist erstaunlich und deutlich höher als der allgemeine Trend im Sanitätshaus, der aber heißt: „zunehmende Versorgungsanzahl bei stagnierenden oder nicht proportional wachsenden Umsätzen“. Sprich: Der viel zitierte Preisverfall im Fach zeigt sich auch bei der PG 11.

Ob er so dramatisch ist, wie eine durchschnittliche Rechnung „Umsatz geteilt durch Anzahl der Abrechnungspositionen“ zeigt, muss allerdings bezweifelt werden – und deshalb wird auf diese Zahlen hier verzichtet. Ein wichtiges Indiz dafür, dass Zweifel an einem dramatischen Preisverfall angebracht sind, ist, dass speziell beim Zubehör (11.99) die Anzahl der abgerechneten Positionen sehr stark gestiegen ist und einen Anteil von 17 bis fast 21 Prozent an der Gesamtanzahl ausmacht – der Anteil am Gesamtumsatz liegt dagegen zwischen ca. 5 und 7 Prozent (Grafiken 2 bis 4, Spalte „Zubehör/Bezüge“).

 Anwendungsort und Betriebsgröße

Hauptumsatzträger in allen Betriebsgrößen ist der Anwendungsort „Leib/Rumpf“ (11.11). Statische Positionierungshilfen haben einen Anteil am Gesamtumsatz zwischen 48 und ca. 51 Prozent (siehe Grafiken 2 bis 4). Sehr wichtig für den Umsatz sind die Produkte für den ganzen Körper (11.29). Über alle Betriebsgrößen hinweg sorgen die Matratzen und Co. für durchschnittlich 28 Prozent des Umsatzes.

Stellt man den Prozentanteil der 11.29 in Relation zu der Anzahl der abgegebenen Produkte, wird schnell klar,dass hier Produkte mit einem höheren Wert abgerechnet werden. Die kleinen Betriebe kommen auf einen Durchschnittspreis von 246 Euro je Abrechnungsposition, die mittleren Häuser auf ca. 273 Euro und die Umsatzklasse 3 erzielt 269 Euro (der „Durchschnittspreis“ unterscheidet hier nicht nach den Leistungsarten, also ob es sich um einen „Neukauf“, „Wiedereinsatz“ oder eine „Fallpauschale“ handelt).

Auch wenn die prozentualen Anteile der „Anwendungsorte“ am Umsatz und an der Anzahl der Positionen in allen Betriebsgrößen nahezu identisch sind, zeigt das OT-Panel die Unterschiede in den einzelnen Umsatzklassen. Die absoluten Zahlen in den Grafiken 2 bis 4 sagen klar, wo im Bereich der PG 11 die Musik im Fach spielt: bei den großen Betrieben. Hier werden rund 12,6 Millionen Euro von 16,5 Millionen Euro im Jahr 2011 erwirtschaftet.