Wachstum verlangsamt

In deutschen Akutkrankenhäusern werden pro Jahr rund 31,4 Mio. Euro für Produkte zur enteralen Ernährung aufgewendet. Davon entfallen 17,1 Mio. Euro (+1,2 %) auf Verbrauchsmaterial wie Sonden und Zubehör und 14,3 Mio. Euro (+0,8 %) auf Proteinzusatznahrung und sog. sonstige Nährmittel. Dies ergibt sich aus einer MTD-Analyse ausgewählter Produktgruppen der Marktstudien DKB und DKM von IMS Health der gleitenden Zwölf-Monats-Werte Juli 2011 bis Juni 2012 (MAT 6/2012).


Das Verbrauchsmaterial teilt sich in die drei Bereiche transnasale Sonden, perkutane Sonden und Zubehör. Nach einem Plus von 5 Prozent im vorhergehenden Zeitraum hat sich das Wachstum bei transnasalen Sonden jüngst auf 1,1 Prozent abgeschwächt. Von den 9,5 Mio. Euro entfallen 6,3 Mio. (–1,6 %) auf Ernährungs-/Entlastungssonden und gut 3 Mio. (+5,6 %) auf doppellumige Sonden.

Ernährungs-/Entlastungssonden konnten im Vorjahr noch 3,1 Prozent zulegen, aktuell zeigen jedoch neben dem Umsatz auch die Zähleinheiten um 2,2 Prozent auf 2,78 Mio. nach unten. Das Preisniveau ermäßigt sich im Schnitt um 0,7 Prozent.

Von den 23 verzeichneten Lieferanten stellen Fresenius Kabi, Pfrimmer Nutricia, Vygon und Pfm/Unomedical rund 79 Prozent des Umsatzes. Bei den doppellumigen Sonden sind nur vier Hersteller vertreten, wobei Covidien und Fresenius Kabi klar den Markt dominieren. Hier zeigen die Erlöse mit 3,1 Mio. Euro (+5,6 %) und die Einheiten (452.000/+1,4 %) nach oben, wobei das Umsatzplus im Vorjahr noch zweistellig war. Die Preise gehen durchschnittlichum 4 Prozent zurück. – Auf Kompressionssonden entfallen 167.000 Euro (+28,1%) und auf Magenspülsonden/Sets 47.000 Euro (+7,7 %).

Fresenius Kabi und Pfrimmer Nutricia dominieren

Die beiden Hersteller Fresenius Kabi und Pfrimmer Nutricia dominieren auch das Anbieterfeld bei den perkutanen Sonden, die auf knapp 4 Mio. Euro (–4,7%) kommen. Bei den PEG-/PEJ-Sonden stellen sie unter neun Lieferanten zusammen 94 Prozent. Während im Vorjahresvergleichszeitraum sowohl Einheiten als auch Umsatz noch zulegen konnten, ging es nun auch bei den Einheiten auf 112.000 (–3,6%) abwärts. Das Preisniveau hat sich dagegen stabilisiert. Weiteres nennenswertes Segment sind Austauschsysteme mit 605.000 Euro (–4%). Hier zog das Preisniveau angesichts zunehmender Einheitenzahl (136.000/+7,3%) um knapp 12 Prozent an. Der Boom des Vorjahres mit +67 Prozent bei Zähleinheiten und +16,3 Prozent beim Umsatz hat sich jedoch deutlich abgeschwächt.

Zubehör legt zu

Mit Erlösen von fast 3,6 Mio. Euro (+9,1%) läuft das Zubehör keineswegs unter „ferner liefen“. Es konnte sogar die Wachstumsrate noch steigern, das Preisniveau gab allerdings zweistellig nach. Adapter/Konnektoren sind mit 1,8 Mio. Euro (+14,9%) die stärkste Gruppe. Pfrimmer Nutricia, Fresenius Kabi und Vygon stellen jeweils mehr als 10 Prozent und kommen unter 13 Anbietern auf zusammen deutlich über 90 Prozent. Während sich die Preise hier im Schnitt um ca. 5 Prozent ermäßigten, konnten sie bei den Austauschsystemen um 9 Prozent zulegen. Dieses Segment übersprang mit 1,1 Mio. Euro (+12,5 %) die Millionen-Marke. Fresenius Kabi und Abbott dominieren mit 89 Prozent Anteil den Markt.

Stagnation bei Ernährung

Nach einem leichten Rückgang von 2,2 Prozent im Vorzeitraum konnten sonstige Nährmittel mit 13,7 Mio. Euro (+1,2 %) wieder leicht zulegen. Die Zähleinheiten wuchsen auf 10,3 Mio. (+1,3%). Der Durchschnittspreis zeigt sich stabil (+1,2 %). Insgesamt sind 26 Hersteller verzeichnet. Fresenius Kabi, Nutricia, Nestlé Health Nutrition und Abbott kommen auf ca. 93 Prozent Anteil. Bis auf Nutricia mussten jedoch die großen Anbieter Rückgänge hinnehmen. Dagegen konnten viele der kleineren Anbieter in den Top Ten – wie Hipp, GHD Nutrition, Renacare Nephromed oder Vitasyn – stark zulegen. Im zweiten Jahr in Folge verzeichnete Proteinzusatznahrung einen Rückgang, sodass hier lediglich 633.000 Euro (–8 %) verbucht wurden. Nutricia und Fresenius Kabi sind unter den acht Firmen klar führend mit zusammen über 90 Prozent Anteil. Die Preise sanken im Schnitt um ca. 8 Prozent.

Kontakt: Alexandra Ziegenhain,
Manager Solution Sales – Hospital,
IMS Health GmbH & Co. OHG,
Darmstädter Landstr. 108, 60598 Frankfurt,
Tel. 0 69/66 04-42 26,
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