(MTD 4/2015) IMS-Analyse Blutdruckmessgeräte

Im Aufwind

(MTD 4/2015) In der Apotheke ist in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum des Abverkaufs von Blutdruckmessgeräten festzustellen (s. Abb. 1), und das trotz des Wettbewerbs von Internethändlern oder von Discountern und Kaffeeröstern, die gelegentlich mit Sonderangeboten locken.

Datenquelle ist das IMS Apothekenpanel mit 4.000 repräsentativ geschichteten Apotheken, deren Daten direkt aus den Warenwirtschaftssystemen gezogen und für Deutschland mit seinen ca. 20.900 Apotheken hochgerechnet werden. Im aktuellen 12-Monatszeitraum (MAT 2015-01 = Moving Annual Total = Februar 2014 bis Januar 2015) sind dies Blutdruckmessgeräte und Zubehör im Verkaufswert von 41,9 Mio. Euro (inkl. MwSt.).

Es dürfte nicht überraschen, dass die digitalen Geräte fast den gesamten Markt bilden (s. Abb. 2). Geräte, die manuell aufgepumpt werden, gehören eher in die Hände medizinischer Profis. Diese dürften auch fast ausschließlich die Käufer dieser Kategorie sein. Das in der Apotheke verkaufte Zubehör umfasst Manschetten, die mit ihren Schläuchen zu den austauschbaren Bestandteilen gehören.

Die führenden Hersteller digitaler Blutdruckmessgeräte in der Apotheke sind (in alphabetischer Reihenfolge) Boso, Hartmann, Omron, Uebe und Wepa. Diese fünf machen zusammen knapp 80 Prozent des Marktes aus.

Gefragte Oberarmgeräte

Die Messung des Blutdrucks kann entweder am Oberarm erfolgen oder am Handgelenk. Da der Messpunkt in Höhe des Herzens liegen soll, vermeidet die richtig angebrachte Oberarmmanschette einen möglichen Messfehler von vornherein. Bequemer ist das Messen am Handgelenk, allerdings auch störanfälliger, was die Richtigkeit der Messung betrifft. Denn nur wenn der Patient in Ruhe sitzt, seinen Arm lagert und sich das Handgelenk auf Herzhöhe befindet, stim­men die Messbedingungen. Die meisten Käufer stellen offensichtlich Messgenauigkeit über Komfort: Mehr als zwei Drittel der verkauften Geräte in der Apotheke sind für den Oberarm (s. Abb. 3).

Preise nahezu stabil

Damit bewegt sich die Mehrheit der Käufer auch im oberen Preissegment. Oberarmgeräte sind gut ein Drittel teurer als Handgelenkgeräte. Interessant ist dabei ein in den letzten Jahren zu beobachtender Preisrückgang bei den Oberarmgeräten, wenn auch sehr moderat. Die Geräte für das Handgelenk sind demgegenüber preislich stabil. Die absatzstärksten Mona­te sind übrigens November und vor allem der Dezember. Motto: Warum nicht mal zu Weihnachten Gesundheitsprodukte verschenken?

Versandhandel und Rezeptgeschäft

Versandapotheken sind nur mit etwa 5 Prozent am gesamten Absatzvolumen beteiligt – ein durchaus üblicher Wert bei Medizinprodukten in der Apotheke. Die Verteilung ist unterschiedlich: Bei Oberarmgeräten liegt der Versandanteil bei 3 Prozent, bei Handgelenkgeräten bei 8 Prozent. Bei absatzstarken Produkten kann der durchschnittliche Preisunterschied zwischen Offizin und Versandhandel bei 10 bis 20 Prozent liegen.

Meist kaufen die Kunden in der Apotheke digitale Messgeräte als Selbstzahler. Allerdings zeigt sich ein Trend zur Verordnung: Während 2011 und 2012 nur 28 Prozent der Abgaben auf Rezept erfolgten, sind es aktuell bereits 34 Prozent.

Weitere Infos: Michael Poersch, IMS Health, Tel. 0 69/66 04-44 02