(MTD 5/2015) AZH-Analyse zu Antidekubitus-Matratzen und -Auflagen

Boom beim Schaum

(MTD 5/2015) Druckgeschwüre sind eine häufige Belastung für immobile Patienten und stellen eine der größten Herausforderungen in der Pflege dar.

Es gibt Schätzungen, nach denen mehr als 400.000 Patienten jährlich unter Dekubitus zu leiden haben, die Tendenz ist aufgrund der demografischen Entwicklung steigend. Die Beratung zur Hilfsmittelversorgung bei Dekubitus bzw. zur Prophylaxe erfordert eine genaue Bedarfsanalyse, um das optimale Produkt für die Versorgung individuell zu ermitteln.

Die AZH-Datenanalyse liefert Erkenntnisse über die Entwicklung der Gesamtzahl der Verordnungen, die durchschnittliche Preisentwicklung und die Differenzierung nach Schlüsselkennzeichen, die nicht nur Neulieferungen, sondern z. B. auch (je nach vertraglicher Vereinbarung) Wiedereinsatz und Vergütungspauschalen markieren. In den Abrechnungsdaten werden keine vertrags- oder produktspezifischen Details abgebildet.

Die Auswertung zeigt die allgemeine Entwicklung von Verordnungen innerhalb der Produktarten 11.29.04 (Luftgefüllte Wechseldruckauflagen), 11.29.05 (Dekubitus Schaummatratzen) und 11.29.08 (Luftgefüllte Wechseldruckmatratzen) der letzten drei Jahre. Sämtliche Erkenntnisse basieren auf Daten einer repräsentativen Kundengruppe, die im Zeitraum von 2012 bis 2014 über die AZH Leistungen dieser Produktarten abgerechnet hat. Die über 250 speziell für diese Analyse ausgewählten Kunden aus der Hilfsmittelbranche sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und rechnen regelmäßig die analysierten Hilfsmittelpositionen über die AZH ab.

Stagnation bei Wechseldruck

Luftgefüllte Wechseldruckauflagen stellten in allen drei Jahren die mit Abstand am häufigsten abgerechnete Produktart innerhalb des betrachteten Hilfsmittelbereiches dar. Eine kontinuierliche Steigerung ist allerdings lediglich bei den Schaummatratzen zu verzeichnen, deren Anzahl sich seit 2012 verdoppelt hat. Die Zahl der luftgefüllten Wechseldruckmatratzen und der luftgefüllten Wechseldruckauflagen blieb dagegen weitgehend konstant.

Preise bei Wechseldruck-Systemen ziehen an

Nach relativ hohen Steigerungen der Durchschnittspreise bei Wechseldruckmatratzen und -auflagen 2013 im Vergleich zu 2012 fielen die Erhöhungen im Jahr 2014 wesentlich bescheidener aus. Bei Schaummatratzen war zwar 2014 immer noch eine Absenkung zu verzeichnen, jedoch nicht mehr so gravierend wie im Vorjahr.

Anstieg bei Vergütungspauschalen

Bei der Betrachtung der Abrechnungsdaten 2014 nach den Schlüsselkennzeichen für Hilfsmittel sind große produktspezifische Unterschiede zu erkennen. Während bei den Schaummatratzen der größte Anteil der Abrechnungsvorgänge als Neulieferung abgerechnet wird, werden die meisten Wechseldruckauflagen über Vergütungspauschalen abgerechnet. Hier spielen allerdings auch die Kennzeichen Reparatur und Wiedereinsatz eine wichtige Rolle.

Der Trend zur Vergütung nach Pauschalen lässt sich auch an der prozentualen Entwicklung der Abrechnung nach Schlüsselkennzeichen über die letzten drei Jahre ablesen. Während der Anteil der Abrechnungen als Neulieferung rückläufig war, zeichnet sich beim Anteil der Vergütungspauschalen ein kontinuierlicher Zuwachs ab. Bemerkenswert ist auch der relativ konstante Anteil an Produkten, die nach professioneller Aufbereitung, Kontrolle, Lagerung und Wartung im Rahmen eines Wiedereinsatzes abgerechnet werden.

von Brigitte Lohwasser, Management Kassen/Kunden,
und Susanne Schneider, Marketing-Referentin, AZH GmbH
veröffentlicht mit weiteren Grafiken in MTDialog 5/2015