(MTD 7/2015) Beatmung

Potenzial in der subakuten Versorgung

Viele Patienten, die weltweit Krankenhäuser aufsuchen, leiden an Atemwegserkrankungen. In Europa machen Atemwegserkrankungen etwa 7 Prozent der Krankenhauseinweisungen pro Jahr aus und nehmen in gleichem Maße die Intensivstationen in Anspruch.

Der Markt für Beatmungsgeräte kann als etablierter und reifer Markt angesehen werden. Laut Frost & Sullivan setzte der west- und osteuropäische Gesamtmarkt für Beatmungsgeräte und Zubehör 2,1 Mrd. US-Dollar im Jahr 2014 um, wovon rund 470 Mio. Dollar auf Deutschland entfielen. Das Wachstum wird aktuell vom Segment Zubehör angetrieben, so Sowmya Rajagopalan, Research Manager, Advanced Medical Technologies, bei Frost & Sullivan.

In den letzten zehn Jahren befand sich der Markt für Beatmungsgeräte in einer Übergangsphase und entwickelte sich zu einem Markt, in dem häusliche Pflege heute stärker ausgeprägt ist als der Krankenhausbereich, weshalb derzeit 65 Prozent des Marktes auf diesen Bereich entfallen. Das Absatzvolumen war aufgrund der zunehmenden Akzeptanz im Bereich der häuslichen Pflege am höchsten. Allerdings könnten neu entstehende Geschäftsmodelle, wie etwa Beatmungsgeräte zur Miete, das Umsatzwachstum im Markt für häusliche Pflege negativ beeinflussen.

Übergang in weniger kritischen Bereich

Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass im Krankenhausbereich kein Wachstum mehr möglich ist. Im aktuellen Szenario wird das Segment Krankenhaus mit seinen sehr wenigen Neuinstallationen vom Ersatzteilmarkt angetrieben. Dies ist vor allem auf die hohe Penetration im Bereich Intensivstation zurückzuführen, in dem Beatmungsgeräte bei der Intensivpflege eingesetzt werden. Das Segment Intensivpflege deckt 16,7 Prozent des Gesamtmarkts für Beatmungsgeräte ab und ist folglich das größte Segment im Krankenhausbereich.

In Deutschland stellen über 2.000 Krankenhäuser mehr als 23.000 Betten auf ihren Intensivstationen zur Verfügung. Die Intensivpflegebetten haben hier eine durchschnittliche Auslastung von mindestens 85 Prozent. Die erhöhte Anzahl von Aufenthalten auf Intensivstationen sowie die erhöhte durchschnittliche Aufenthaltsdauer sorgen für eine zusätzliche Belastung bei den Gesundheitsausgaben. In einer Studie von Dasta JF et al. verzeichneten die Durchschnittskosten der Intensivpflege für Menschen, die beatmet werden müssen, im Vergleich zu Patienten ohne Beatmungsgerät einen Kostenanstieg von 59 Prozent.

Nachfrage nach Neugeräten

Laut Frost & Sullivan durchläuft die Gesundheitsversorgung im Krankenhaus auf allen möglichen Ebenen einen Wandel, der dazu geführt hat, dass heute mehr Patienten in der subakuten Versorgung als auf Intensivstationen behandelt werden. Es ist anzunehmen, dass bis 2025 die Krankenhäuser mehr Neuinstallationen haben werden als der Ersatzmarkt und die Entwicklung weiterhin weg von Intensivstationen und hin zur subakuten Versorgung verläuft.

Das subakute Segment weist weltweit die höchste Zahl an Krankenhausaufenthalten auf. In Deutschland gibt es 17 Mio. Krankenhauseinweisungen pro Jahr, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer rund 7,2 Tage beträgt. Im Jahr 2025 wird der Schwerpunkt voraussichtlich auf der subakuten Versorgung liegen, da immer mehr Patienten mit kontrollierbaren Vitalparametern und Gesundheitszuständen in die subakute Versorgung verlagert werden, um die Intensivstationen, die Ressourcen der subakuten Versorgung sowie die Infrastruktur effizient zu nutzen.

Dieser Übergang von der Intensivpflege zur subakuten Versorgung sollte die Nachfrage nach Beatmungsgeräten erhöhen und folglich für neuen Umsatz sorgen. Es wird lange dauern, bis das optimale Verhältnis von Bett / Beatmungsgerät in der subakuten Versorgung erreicht ist, daher dürften die Absatzmengen in den nächsten fünf bis zehn Jahren hoch ausfallen, bevor das Segment vom Ersatzteilgeschäft geprägt wird. Es ist zu erwarten, dass die subakute Versorgung konstant anwächst, um im Jahr 2025 30 Prozent des Europamarkts für Beatmungsgeräte auszumachen.

Der Markt für Beatmungsgeräte wird von großen Namen in der Medizintechnik, wie etwa GE, Philips und Dräger, angeführt. Daher wird es interessant sein, wie diese Unternehmen in der Übergangsphase von ihrer Markenbindung seitens der Krankenhäuser profitieren und Marktanteile gewinnen.

Kontakt: Katja Feick, Corporate Communications,
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