(MTD 8/2015) GKV-Trendbarometer

Sanitätshaus-Umsatz sinkt weiter

Das Jahr 2015 verläuft für die Sanitätshäuser und orthopädietechnischen Betriebe nicht erfreulich. Der Abwärtstrend beim Gesamtumsatz und bei der Verordnungsanzahl in einem durchschnittlichen Sanitätshaus hat sich auch im zweiten Quartal verfestigt. Gegenüber dem bereits schwachen ersten Quartal sinkt der Gesamtumsatz nochmals um 2,6 Punkte bei einer stagnierenden (niedrigen) Verordnungsanzahl. Auch der durchschnittliche Wert eines Rezeptes verliert gegenüber dem ersten Quartal 2,6 Punkte.

Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum bestätigt ebenfalls die negative Jahrestendenz. Während der durchschnittliche Wert eines Rezeptes um 4 Punkte gestiegen ist, sinkt der Gesamtumsatz im „Sanitätshaus Mustermann“ im 2. Quartal 2015 gegenüber dem 2. Quartal 2014 um 4 Punkte, da die Anzahl der Verordnungen im Durchschnitt im Vergleichszeitraum um 8,5 Punkte niedriger ist (Vorjahreswerte ganz links in der Grafik).

Bei der Beurteilung des im Jahresvergleich verbesserten Verordnungswertes muss berücksichtigt werden, dass der Basiswert das Jahr 2006 ist. Seither sind natürlich viele neue Vergütungsvereinbarungen abgeschlossen worden, die offenbar aber nur mit geringen Erstattungspreiserhöhungen einhergegangen sind.

Der speziell 2015 auffällige Abwärtstrend bei der durchschnittlichen Verordnungsanzahl ist weiter zu beobachten. Generell könnten die seit 2015 umgesetzten Ausschreibungen der Kostenträger sich hier negativ auf das „Sanitätshaus Mustermann“ auswirken. Dies wäre dann ein Fingerzeig für ernsthafte Marktverschiebungen zulasten des durchschnittlichen Sanitätshauses, denn Ausschreibungsgewinner sind häufig Spezialisten oder größere Unternehmen, und deren Abrechnungsdaten werden im GKV-Trendbarometer (nur IK 33-Betriebe, Deckelung beim Gesamtumsatz) nicht berücksichtigt.

In das GKV-Trendbarometer der Essener Opta Data Abrechnungs GmbH fließen Daten von ca. 1.200 orthopädietechnischen Betrieben und Sanitätshäusern ein.