(MTD 9/2015) AZH-Analyse zur Abrechnung von Inkontinenzprodukten

Die Schere geht auseinander

Die Abrechnung von Inkontinenzhilfen ist abhängig vom jeweiligen Vertragsmodell des Kostenträgers. Je nach Vertrag wird nach Einzelpreis (Vertragspreis oder Festbetrag) oder nach Pauschalvergütung (Monatspauschale) abgerechnet. Die Pauschalvergütung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Aufgrund von Ausschreibungsverträgen nach § 127 Abs. 1 SGB V ist bei einigen Krankenkassen die Versorgung der Versicherten auf einige wenige Leistungserbringer, die Losgewinner, begrenzt. In diesen Verträgen ist die Vergütung in der Regel auf Basis von Monatspauschalen vereinbart.

Eine weitere Variante der Abrechnung sind sog. „Dauerverordnungen“, die vom Arzt für einen bestimmten Zeitraum ausgestellt werden können, z. B. für ein Quartal. Die möglichen Abrechnungsintervalle sind dabei in den Verträgen unterschiedlich geregelt. Teilweise sind monatliche Zwischenabrechnungen erlaubt. In der Regel wird für die erste Abrechnung die Originalverordnung benötigt und für die weiteren Abrechnungen jeweils eine Kopie. Zur Vereinfachung dieses aufwendigen Prozesses bietet die AZH den Abrechnungsservice zur Folgeversorgung an. Die Verordnungen werden auf Kundenwunsch nach der ersten Einlieferung systemseitig hinterlegt, kopiert und bei jeder Zwischenabrechnung zugesteuert. So werden die kommenden Zwischenabrechnungen automatisch mit den jeweils nötigen Kopien versehen.

Die folgende Auswertung der AZH zeigt die allgemeine Entwicklung von Abrechnungsfallzahlen und Preisen von saugenden und ableitenden Inkontinenzhilfen innerhalb der Produktgruppe 15 der letzten drei Jahre. Sämtliche Erkenntnisse basieren auf Daten einer bundesweiten repräsentativen Gruppe von mehr als 400 Kunden, die im Zeitraum von 2012 bis 2014 über AZH Leistungen dieser Produktarten abgerechnet hat.

Ableitend einzeln, aufsaugend pauschal

Die Entwicklung der letzten drei Jahre verdeutlicht den Stellenwert von Pauschalen. Vor allem saugende Inkontinenzhilfen wurden über Monatspauschalen abgerechnet, ableitende Produkte hingegen überwiegend nach Einzelprodukt/-preis. Nach einem deutlichen Anstieg von 2012 auf 2013 haben sich die Zahlen 2014 mit nur leichten Veränderungen eingependelt.

Betrachtet man die Entwicklung der Durchschnittspreise pro Abrechnungsfall, so zeigen sich deutlich die Unterschiede zwischen Pauschalen und Abrechnung nach Einzelprodukten. Die saugenden Inkontinenzhilfen liegen insgesamt preislich niedriger. Beim Preisniveau der Pauschalen zeigte sich in den letzten drei Jahren ein gegensätzlicher Trend: Bei den ableitenden Produkten war ein Preisanstieg zu verzeichnen; bei den saugenden Produkten ein deutlicher Trend nach unten.

Erster Trend für 2015

Um einen Ausblick auf das laufende Jahr 2015 geben zu können, wurden die Abrechnungszahlen des 1. Quartals mit denen des Vorjahresquartals verglichen. Bei den Veränderungen der Abrechnungsfallzahlen zeichnet sich eine leicht rückläufige Tendenz ab. Lediglich bei den ableitenden Einzelprodukten zeigt sich eine geringfügige Steigerung. Die Durchschnittspreise pro Abrechnungsfall weisen bei den ableitenden Produkten eine geringfügige Steigerung auf, bei den saugenden hingegen eine Absenkung des Niveaus. Insbesondere bei der Pauschalvergütung für saugende Inkontinenzprodukte setzt sich der negative Trend der letzten Jahre fort.

Top 10 in der Abrechnung

Im 1. Quartal 2015 bildeten diese Produkte die Top Ten der von der AZH abgerechneten Einzelprodukte bei Inkontinenzhilfen: Die Einmalkatheter (PG 15.25.14.7) liegen auf den ersten Blick deutlich vorne. Betrachtet man allerdings alle abgerechneten Einzelprodukte verwandter Produktarten zusammen, so liegen die Inkontinenzhosen (Größe 1–3) gleichauf mit den Einmalkathetern (beschichtet, unbeschichtet und mit Auffangbeutel). Zusammen stellen diese zwei Produktarten insgesamt mehr als 60 Prozent der abgerechneten Einzelprodukte dar (jede mit 30,2 %).

Die AZH steht seit ihrer Gründung 1983 für kundenfreundliche Abrechnungs- und IT-Dienstleistungen für den Heil- und Hilfsmittelbereich, die ambulante Pflege und Rettungsdienste/Krankentransporte. Mit vielfältigen Produkten sowie maßgeschneiderten Lösungen steht sie bundesweit rund 20.000 Kunden als Abrechnungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen zur Seite.

von Brigitte Lohwasser, Management Kassen/Kunden,
und Susanne Schneider, Marketing-Referentin, AZH GmbH
 
weitere Grafiken: MTDialog 9/2015