(MTD 10/2015) Opta-Data-Analyse

Bandagen als Umsatz-Stützen

Auch wenn die GKV-Umsätze mit Bandagen aus der Produktgruppe 05 aufgrund der viel zitierten Umgruppierung vieler wichtiger Produkte in die PG 23 (Orthesen) insgesamt rückläufig sind: Diese Produkte gehören nach wie vor zu den wichtigen Umsatzsäulen – vor allem in kleinen und mittleren Sanitätshäusern.

Mit immerhin noch 15,1 Prozent Anteil am gesamten GKV-Umsatz im Jahr 2014 ist die Produktgruppe 05 in kleinen Sanitätshäusern nach wie vor ein wichtiges Standbein (Grafik 1). Seit 2010/ 2011 ist dieser Wert allerdings klar rückläufig, wird aber von den Zuwächsen in der PG 23 (Orthesen) gut aufgefangen.

Dieser Trend gilt noch stärker für ein durchschnittliches Sanitätshaus der mittleren Umsatzgröße: Immerhin noch 8,2 Prozent vom gesamten GKV-Umsatz werden in der Umsatzgruppe 2 mit Bandagen erzielt. In großen Sanitätshäusern beträgt dieser Anteil nur noch 4,6 Prozent. Betrachtet man die absoluten Umsätze in den einzelnen Betriebsgrößen je 33-IK (Grafik 2), wird schnell deutlich, dass Bandagen aus der Produktgruppe 05 ein interessantes Marktsegment geblieben sind.

Mehr als 300 Patienten werden in einem kleinen Betrieb jährlich mit Bandagen versorgt, in der Umsatzgruppe 2 sind dies über 500. Rund 76 Patienten erfahren pro Monat Hilfe in großen Betrieben (911 Verordnungen im Jahr je Betriebsstätte). Dabei liegt der durchschnittliche Wert einer Verordnung innerhalb der Betriebsgrößen zwischen 68 und 78 Euro (Grafik 3).

Rückläufig seit 2010

Wie sich die für 2014 genannten Kennzahlen (Umsatz, Verordnungsanzahl und -wert) der Produktgruppe 05 seit 2010 entwickelt hat, macht Tabelle 1 in MTDialog 10/2015, Seite 61 deutlich. Rund 50 Prozent der Bandagenumsätze sind verloren gegangen – oder besser: sind in die PG 23 gewechselt. Je nach Umsatzgruppe ist auch die durchschnittliche Rezeptanzahl in einem Sanitätshaus um rund 33 bis 43 Prozent gesunken. Und auch der Rezeptwert zeigt klar nach unten: Von 2010 bis 2014 ist dieser um rund 20 Prozent gesunken.

Der Orthopädie-Techniker hat für diese Trends klare fachliche Argumente, die sich an den medizinischen Ansprüchen an eine Versorgung orientieren. Die Indikation ist das Maß, an dem sich eine Versorgung ausrichtet. Wenn eine konfektionierte Kniebandage keine ausreichende, medizinisch zweckmäßige Versorgung gewährleistet, sind individuelle Hilfsmittel angezeigt. Und viele dieser Produkte befinden sich nach der Umgruppierung in der PG 23. Auch die Vertragswelt trägt seit einiger Zeit diesem Umstand Rechnung. Da individuelle Versorgungen generell einen höheren Aufwand bedeuten, erhöhen sich natürlich auch die Erstattungen der Kostenträger. Diese Kosten werden seit 2010 sukzessive in die PG 23 gebucht und sorgen für ein Sinken der in dieser Tabelle dargestellten Durchschnittswerte.

Eine zweite Tabelle (Anzahl der Verordnungen) in MTDialog 10/2015 (Seite 62) zeigt die in den einzelnen Umsatzgruppen in den Jahren 2010, 2012 und 2014 jeweils am häufigsten abgerechneten Produktuntergruppen. Hier wird die Umgruppierung von Produkten innerhalb der PG 05, aber auch in die PG 23 nochmals deutlich.

Die Tabelle zeigt ferner, dass die Betriebe in der Umsatzgruppe 1 bei den Frequenzprodukten insgesamt weniger Rückgänge als die anderen Umsatzgruppen haben. Hier lag aufgrund der fachlichen Qualifikation offensichtlich schon immer der Fokus auf der Versorgung mit konfektionierten Bandagen. Dieser Umstand wird sich durch die dezidierten Anforderungen im Rahmen der Präqualifikation vor allem in der PG 23 voraussichtlich nicht ändern.

Während also die Umsatzgruppe 1 von 2010 bis 2014 eine durchaus stabile Gesamtanzahl von Verordnungen in den am häufigsten abgerechneten Produktuntergruppen hat, verlieren die mittleren und großen Sanitätshäuser dagegen in diesen Segmenten im genannten Zeitraum rund 20 Prozent. Diese Verluste werden, wie oben erwähnt, in diesen Marktsegmenten allerdings mit Zuwächsen in der PG 23 kompensiert.

Knie ist topp

In allen Betriebsgrößen (Umsatzgruppen 1 bis 3) in den dargestellten Jahren steht immer die Produktuntergruppe 05.04.01 (Kniebandagen mit Pelotten zur Weichteilkompression) an erster Stelle. Dieser Klassiker wird seit 2010 immer öfter für die Versorgung von Patienten mit Kniebeschwerden eingesetzt. Rückläufig in der Anzahl sind dagegen die Handgelenkbandagen (05.07.02). Dagegen legen Sprunggelenk-Bandagen zu. Wie sich die einzelnen Untergruppen in den Jahren auf den Plätzen 1 bis 5 in den verschiedenen Umsatzgruppen gefestigt bzw. verschoben haben, ist detailliert der Tabelle 2 zu entnehmen.

von Bernhard Kötte, Opta Data