(MTD 10/2015) Analyse von Frost & Sullivan

Wachsendes Nachfragepotenzial

Aufgrund der wachsenden alternden Bevölkerung wächst auch die Nachfrage nach Orthesen und Bandagen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der weltweite Markt 2,56 Mrd. US-Dollar und wird bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,6 Prozent voraussichtlich auf 3,5 Mrd. US-Dollar bis zum Jahr 2021 anwachsen. Zurückzuführen ist dies laut einer Analyse des internationalen Beratungsunternehmens Frost & Sullivan neben dem steigenden Anteil der alternden Bevölkerung auch auf den bevorzugten Einsatz bei nichtinvasiven Therapieverfahren.

Mit einem regionalen Anteil von über 50 Prozent führen die USA den Weltmarkt an, Europa folgt erst an zweiter Stelle. Allein der westeuropäische Markt für Orthesen und Bandagen erwirtschaftete im vergangenen Jahr 606,5 Mio. US-Dollar und legt derzeit mit einer Wachstumsrate von 5 Prozent zu.

Bis 2020 wird laut Angaben der Vereinten Nationen der Anteil der europäischen Bevölkerung mit einem Alter von über 60 Jahren auf 26 Prozent, bis 2050 sogar auf 38 Prozent ansteigen. Dabei geht man davon aus, dass Menschen mit zunehmendem Alter auch mit dem natürlich voranschreitenden Abbau ihres Knochenbaus konfrontiert sind, was zu orthopädischen Leiden führt. Hinzu kommen noch mögliche Verletzungen durch Unfälle, orthopädische Erkrankungen oder Ähnliches. Aufgrund solcher demografischen Verschiebungen steigt der Bedarf an Orthesen und Bandagen und erhöht damit das Verkaufsvolumen und damit verbundene Umsätze auch im europäischen Markt für diese Produkte.

Versorgung der unteren Extremitäten dominiert

Im Rahmen einer Marktstudie hat Frost & Sullivan den europäischen Markt für orthopädische Bandagen und Orthesen in folgende Segmente unterteilt:

  • Bandagen und Orthesen für die oberen Extremitäten wie Schulter, Arm, Handgelenk und Ellenbogen
  • Rückenorthesen und -stützen
  • Bandagen und Orthesen für die unteren Extremitäten wie Knie und Fußgelenk

Aufgrund des vermehrten Vorkommens von orthopädischen Erkrankungen wie Osteoarthritis oder Osteoporose, welche sich in erster Linie auf die Knie- und Fußgelenke auswirken, erlebt der Markt für diese Bereiche derzeit einen bedeutenden Anstieg bei der Nachfrage nach orthopädischen Therapieprodukten. Dementsprechend lag der Marktanteil für Orthesen und Bandagen der unteren Extremitäten im Jahr 2014 bei fast 45 Prozent des Gesamtmarktes. Rückenorthesen und -stützen nahmen mit 33 Prozent ein Drittel des Gesamtmarktes ein, während Bandagen und Orthesen der oberen Extremitäten 22 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten.

 

Spitzenplatz für deutschen Markt

Mit fast 40 Prozent hat Deutschland den größten Anteil am Gesamtumsatz des westeuropäischen Marktes für Orthesen und Bandagen generiert, was in erster Linie dem wachsenden Verbraucherbewusstsein und verbesserten Rückerstattungsbestimmungen zu verdanken ist. Frankreich und Großbritannien folgen auf den Positionen 2 und 3 mit einem Marktanteil von 25 bzw. 18 Prozent. Zu den wichtigsten Playern im europäischen Markt zählen die Unternehmen Dj Orthopaedics, Össur Europe, BSN Medical, Zimmer Inc. sowie Bauerfeind.

Wirtschaftlicher Abschwung mit seinen Auswirkungen auf die Währungen, verringerte Kaufkraft, gesenkte Erstattungssätze sowie Preisdruck auf die Unternehmen – alle diese Entwicklungen haben ihre Spuren im Markt hinterlassen. Verschiedene Gesundheitsreformen und die Notwendigkeit der Patienten, leichteren Zugang zur Anschaffung von orthopädischen Produkten zu bekommen, haben den Wettbewerb unter den europäischen Gesundheitsdienstleistern erhöht.

Hart umkämpfter Markt

Auch die Hersteller konkurrieren miteinander in Bezug auf Produktpreis, Service, Qualität und Leistung und versuchen, sich dadurch eine bessere Wettbewerbsposition zu sichern und neue Geschäftsmodelle in den aufstrebenden Segmenten zu entwickeln.

Dabei stellt der Produktpreis den größten Wettbewerbsfaktor im Markt für Bandagen und Orthesen dar. Die Hersteller stehen in einem erheblichen Preiswettbewerb zueinander, da die Kosten das wichtigste Kaufkriterium für Krankenhäuser darstellen. Die kleineren, lokalen Anbieter in Europa haben jedoch gegenüber ihren Konkurrenten den großen Vorteil, dass sie ihre Produkte im Vergleich zu importierten Waren günstiger anbieten können.

Kontakt: Katja Feick, Corporate Communications, Tel. 0 69/7 70 33 43, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!