(MTD 12/2015) Analyse von IMS Health

Kompressionsstrümpfe in der Apotheke

Auch wenn das Sanitätshaus bei Kompressionsstrümpfen die größere Rolle spielt, werden Standardprodukte weiterhin auch über die Apotheke verkauft. Allerdings hat die Entwicklung aktuell einen Dämpfer erhalten.

Im 12-Monatszeitraum (MAT 09-2015) Oktober 2014 bis September 2015 zeigt sich eine Stagnation im Mengenabsatz bei ca. 530.000 Packungen, nachdem der Markt in den Vorperioden erkennbar zugelegt hat (s. Abb. 1).

Datengrundlage sind die Warenwirtschaftssysteme von 4.000 IMS-Panel­Apotheken, die nach Region und Umsatzgrößenklasse repräsentativ geschichtet sind. Auf dieser Basis wird auf die Gesamtheit von knapp 21.000 Apotheken hochgerechnet.

Preise unter Druck

Der Umsatz ist aktuell von 32,7 Mio. auf 30,8 Mio. Euro um 5,8 Prozent zurückgegangen (Apothekenverkaufspreise inkl. MwSt.). Offensichtlich sind die Verkaufs- bzw. Abgabepreise in der Apotheke unter Druck, wie Abb. 2 bestätigt: In nahezu allen Kategorien ist der Durchschnittspreis gegenüber der Vorperiode gesunken.

Knie- und Wadenstrümpfe machen die Hälfte des Marktes aus, gefolgt von Schenkelstrümpfen mit 40 Prozent Marktanteil und Strumpfhosen mit ca. 10 Prozent (s. Abb. 3 in MTDialog 12/2015, Seite 65). Unter den Sonstigen tummeln sich beispielsweise Kompressionsstrumpfhosen für Schwangere, Halbschenkelstrümpfe und Socken, die insgesamt vernachlässigt werden können.

Die fünf führenden Hersteller sind (in alphabetischer Reihenfolge) Bauerfeind, Belsana, Compressana, Medi und Spring. Sie machen 85 Prozent des Marktes aus. Zwölf weitere Hersteller teilen sich den übrigen Markt.

Betrachtet man die in der Apotheke verkauften Produkte nach Kompressionsklassen, zeigt sich ein eindeutiges Bild: Mehr als 9 von 10 fallen in die Kompressionsklasse 2, nur 5 Prozent in die Klasse 1. Die höheren Kompressionsklassen sind praktisch nicht vertreten.

Der klare Fokus liegt in der Apotheke auf der Abgabe auf Rezept. Nur 5 Prozent der Ware gelangt in den Freiverkauf (s. Abb. 4 in MTDialog 12/2015, Seite 65).

von Michael Poersch, Key-Account-Manager bei IMS Health (Frankfurt/Main)