(MTD 8/2017) 10. LIMEDex Index Report

Solides Wachstum prägt die Medtech-Branche

MedTech-Unternehmer sind zuversichtlicher über den Geschäftsverlauf in den kommenden 12 Monaten. Der 10. LIMEDex Index Report von ConCeplus zeigt deutliche Wachstumssignale in der Branche auf. Der LIMEDex-Index stieg um 1,7 Punkte auf den Höchststand von 6,6 Punkten im 2. Quartal 2017.

Der LIMEDex-Index misst seit Januar 2015 quartalsweise das Vertrauen in den Geschäftsgang der Medizintechnik-Branche. Aktuell sind sich die Unternehmer einig, dass sich der Sektor in einer soliden Wachstumsphase befindet. Branchenmanager sagen ein Umsatzwachstum von 4,7 Prozent voraus und erwarten in Asien, Europa und Nordamerika gute Geschäftsabschlüsse. Ebenso sehen Manager einen Anstieg in der Gewinnmarge auf 2,2 Prozent in den kommenden 12 Monaten. Dies begründen sie mit guten Auftragseingängen, einem hohem Auftragsbestand und starken Signalen aus den Exportmärkten. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, geben die Firmen an, das Personal um 2 Prozent in diesem Jahr aufstocken zu wollen.

Optimal positioniert sind laut Index-Report Firmen mit einen hohem Fokus auf die Top 10 nationalen Medtech-Handelspartner. US-, deutsche und Schweizer Hersteller führen die internationale Exportstatistik an und erzielen einen Anteil von fast 60 Prozent des weltweiten Medtech-Handels in den letzten fünf Jahren. In der jetzigen Konjunkturlage sehen die Experten von ConCeplus ein MedTech-Exportwachstum von bis zu 2 Prozent voraus.

Die positive Prognose wird kaum durch die geopolitischen Unsicherheiten und den hohen Preisdruck getrübt. MedTech-Firmen, die sowohl bestehende und neue Märkte bedienen, melden einen kräftigeren Wachstumsanstieg. Dies wird ersichtlich, wenn man die Kennzahlen der „Global Top 100 Medtech“-Firmen für das Geschäftsjahr 2016 betrachtet. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 418,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016, was einem Plus von 4,85 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zudem realisierten sie in aufstrebenden Märkten einen durchschnittlichen Umsatzanteil von 20 Prozent. Die „Global Top 100“-Firmen, die organisch wuchsen, erzielten einen Umsatzanstieg von durchschnittlich 6,0 Prozent gegenüber denjenigen, welche Firmenzukäufe tätigten (durchschnittliche Wachstumsrate von 3,8 % im Jahr 2016).

Medtech-Firmen mit einem sehr innovativen oder gar disruptiven Produktangebot sind erfolgreicher im Marktzugang. „Gewinner sind z. B. Boston Scientific, Fresenius, Grifols, Intuitive Surgical, NuVasive, Philips, Straumann oder Stryker – sie alle erzielten ein zweistelliges Umsatzwachstum“, sagt Beatus Hofrichter, ConCeplus-Gründer und LIMEDex-Index-Studienautor.

Einige der größten Unternehmen restrukturierten ihre Geschäftseinheiten von Grund auf und betreiben heute sehr erfolgreich disruptive Geschäftsmodelle. „Die neue Strategie von Philips zielt auf die Segmentführerschaft in der professionellen, datengestützten Integration von ambulanter, stationärer und Zu-Hause-Versorgung. 17 Prozent Umsatzzuwachs im Jahr 2016 sind ein eindeutiger Beweis für die gelungene Neuorientierung unter Nutzung der vorhandenen internen F&E und Beratungsressourcen“, so Hofrichter weiter.

Der durchschnittliche F&E-Budgetanteil vom Umsatz der „Global Top 100 Medtech“-Firmen schmolz in den letzten drei Jahren von 7,5 auf 6 Prozent zusammen, vor allem bei den größten Unternehmen. „Diese Budgetreduktion bei den Branchenführen eröffnet neue Nischen für mittelständische Medtech-Firmen und Start-ups“, meint Hofrichter.

LIMEDex Index wird quartalsweise mittels einer Umfrage unter 125 internationalen Medtech-Unternehmen erhoben (einschließlich KMUs und globalen Unternehmen).

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 8/2017 (MTD-Verlag) veröffentlicht.
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