(MTD 9/2017) QuintilesIMS-Analyse zu Orthesen in Apotheken und Kliniken

Stabiler Markt

Orthesen kommen bei Verletzungen des Bewegungsapparates zum Einsatz. Im ambulanten Sektor ist neben dem Sanitätshaus die Apotheke eine Anlaufstelle für Patienten, die ihr Rezept einlösen oder aus eigener Initiative eine Orthese erwerben wollen.

In den zwölf Monaten von Juli 2016 bis Juni 2017 sind 138.000 Orthesen in der Apotheke abgegeben worden (Abb. 1). Diese Zahl ist in den letzten fünf Jahren relativ stabil. Zu Grossopreisen lt. Lauertaxe entspricht dies einem Umsatz von etwa 3,4 Mio. Euro (Abb. 2). Datenquelle ist die vollständige Erfassung des Einkaufs der Apotheken vom vollsortierten pharmazeutischen Großhandel und eine Hochrechnung des sonstigen Einkaufs (beispielsweise direkt vom Hersteller) aus dem IMS Apothekenpanel mit 4.000 repräsentativ geschichteten Apotheken.

Handorthesen in Apotheken

Produkte für Handgelenk, Daumen und Finger sind klar die wichtigste Kategorie. Acht von zehn Orthesen sind für die Hand vorgesehen. Nach Umsatz betrachtet, entfallen gut zwei Drittel in diese Gruppe. Danach folgen Produkte zur Stützung und zum Schutz von Knöchel, Sprunggelenk und Fuß. Die Gruppe der Sonstigen umfasst die übrigen Körperbereiche Knie, Ellenbogen, Bein und Rücken.

Freiverkauf überwiegt

Der Verordnungsanteil (gesetzliche Krankenkasse plus Privatrezepte) liegt bei 41 Prozent; 59 Prozent der Orthesen werden bar in der Apotheke gekauft. In Euro gerechnet, ist der Bar-Anteil nur 43 Prozent. Ein klarer Hinweis darauf, dass die teureren und aufwendigeren Produkte eher von Arzt verschrieben werden, während einfachere von den Patienten auch mal aus eigener Tasche bezahlt werden. Dies gilt insbesondere für Orthesen im Fußbereich.

Die wichtigsten Hersteller im Apothekenmarkt sind (in alphabetischer Reihenfolge) 3M Medica, Bauerfeind, Bort, Lohmann & Rauscher sowie Sporlastic. Diese fünf teilen sich mehr als drei Viertel des Marktes. Das übrige Geschäft verteilt sich auf weitere 50 Hersteller.

Rumpf- und Schulterorthesen prägen den Klinik-Markt

Auch in Akutkrankenhäusern werden Orthesen und Bandagen (leider sind diese beiden Kategorien nicht zu trennen) am Patienten eingesetzt. Aus der Hochrechnung des IMS Klinikpanels ergibt sich folgendes Bild: Bewertet zu effektiven Einkaufspreisen werden in zwölf Monaten Orthesen und Bandagen für aktuell knapp 7 Mio. Euro verbraucht, eine Steigerung von 10 Prozent gegenüber der Vorperiode. Dies entspricht einer Gesamtzahl von nahezu 500.000 Stück. Knapp drei Viertel davon entfallen auf die Körperpartien Rumpf und Schulter. Der Bereich Arm und Hand – in der Apotheke die dominierende Form – spielt im Klinikalltag nur eine untergeordnete Rolle.

Die wichtigsten Hersteller sind hier BSN Medical, Paul Hartmann, Lohmann & Rauscher, Noba und Ruthner. Gut die Hälfte des Umsatzes entfällt auf diese Top 5.

Weitere Infos: Michael Poersch, QuintilesIMS, Tel. 0 69/66 04-44 02, E-Mail: michael.poersch@quintiles­ims.com

von Michael Poersch, Key-Account-Manager Med Tech bei QuintilesIMS (Frankfurt/Main)

Weitere Grafiken in MTDialog 9/2017, S. 57

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 9/2017 (MTD-Verlag) veröffentlicht.
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