(MTD 11/2017) QuintilesIMS-Analyse zu Inhalationsgeräten und Tracheotomiebedarf in der Apotheke

Befreit atmen

Der Markt für Inhalationsgeräte und Zubehör in der Apotheke wächst nach wie vor (siehe Abb. 1). Insgesamt bevorraten sich die Apotheken in Deutschland mit Produkten im Wert von 47,2 Mio. Euro im aktuellen Zwölf-Monatszeitraum auf Basis des Herstellerabgabepreises laut Lauertaxe. Dies entspricht einem Volumen von rund 2,4 Mio. Packungen. Gegenüber der Vorperiode ist dies eine Steigerung von 9,3 Prozent beim Umsatz und 12,3 Prozent beim Absatz.

Datenquelle ist die Vollerhebung des Einkaufs der Apotheken beim Pharmazeutischen Großhandel plus die Hochrechnung des Einkaufs aus anderen Bezugsquellen (beispielsweise direkt vom Hersteller), so eine Analyse des Marktforschungsunternehmens QuintilesIMS für MTDialog.

Kompressor dominiert

Die eigentlichen Geräte, Verdampfer und Vernebler, repräsentieren den Markt fast vollständig. Unterschiedliche Technologien kommen zum Einsatz: Etwa zwei Drittel der Geräte arbeiten nach dem Prinzip des Kompressors, die übrigen mit Ultraschalltechnologie und anderen Verfahren. Die Kategorien Masken, Inhalationsgase und Schläuche/Mundstücke sind umsatz- und mengenmäßig vernachlässigbar.

Leichter Preisrückgang

Abbildung 2 zeigt die aktuelle Preisentwicklung: In den letzten Jahren ist der durchschnittliche Abgabepreis pro Gerät (inkl. MwSt.) in der Apotheke von 117 auf 109 Euro gesunken. Die Preisinformationen werden aus den Warenwirtschaftssystemen von 4.000 Panelapotheken erhoben. Es zeigt sich erwartungsgemäß ein klarer Saisonverlauf (siehe Abb. 3). Ein erhöhter Bedarf entsteht in der Erkältungssaison, sodass die Umsatzspitzen im Winter zu finden sind. Hier werden zwei- bis dreimal so viele Produkte umgesetzt wie in den Sommerperioden.

Die fünf Top-Hersteller sind (in alphabetischer Reihenfolge) Hermes (ehemals Omron), Hexal, MPV Medical, Pari und Wepa. Sie vereinen fast 90 Prozent des Umsatzes auf sich. Es finden sich allerdings weitere knapp 100 Hersteller in diesem Segment. 74 Prozent der Geräte werden derzeit noch verordnet gegenüber 78 Prozent zwei Perioden zuvor. Im Umsatz sinkt der Anteil in ähnlicher Weise.

Tracheotomie mit Trend zu preiswerteren Produkten

Von der Versorgung für zu Hause in der Selbstbehandlung kommen wir zum Thema Tracheotomie, ein vergleichsweise kleiner Markt in der Apotheke, da hier die Versorgung von Homecare-Patienten stattfindet: 36.000 Packungen im Jahr mit einem Umsatz auf Basis Herstellerabgabepreis von 300.000 Euro. Naturgemäß spielt die Musik in der Klinik, hier wird Material im Wert von 14,1 Mio. Euro verbraucht.

Durch chirurgischen Eingriff in die Luftröhre wird der direkte Weg für die Atemluft unter Umgehung von Mund und Rachen ermöglicht. Dies kann beispielsweise nach Operationen oder Unfällen indiziert sein. Um die künstliche Öffnung (Tracheostoma) offen zu halten und die Wundränder zu schonen, werden Tracheotomietuben verwendet. Für spezielle medizinische Anwendungen kommen auch Anästhesie- und Trachealtuben zum Einsatz.

Einen stabilen Markt in der Apotheke zeigt die Absatzbetrachtung. Im Umsatz sehen wir einen Rückgang von einem Viertel. Ursachen sind Preisreduktionen und ein Trend zu preiswerteren Produkten. Die wichtigsten fünf Hersteller für den Absatzkanal Apotheke sind Fahl, Fresenius Kabi, MediOne, Teleflex und Tracoe Medical. Die übrigen 30 Hersteller teilen sich ein Drittel des Umsatzes.

Weitere Infos: Michael Poersch, QuintilesIMS, Tel. 0 69/66 04-44 02, E-Mail: michael.poersch@quintiles­ims.com

von Michael Poersch, Key-Account-Manager Med Tech bei QuintilesIMS (Frankfurt/Main)

Weitere Grafiken in MTDialog 11/2017, S. 58 f.

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 11/2017 (MTD-Verlag) veröffentlicht.
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