(MTD 12/2017) IQVIA-Analyse zu Kompressionsprodukten

Leichtes Umsatzwachstum

Das Sanitätshaus hat seine Domäne bei maßangepassten Kompressionsstrümpfen. Standardprodukte werden allerdings nach wie vor auch über die Apotheke verkauft.

Die aktuelle Entwicklung ist Abbildung 1 zu entnehmen. Neben Kompressionsstrümpfen sind hier auch die Marktvolumina der Kompressionsbinden angegeben. Der Absatz in Packungen hat sich im aktuellen 12-Monatszeitraum (MAT 09-2017 = Moving Annual Total mit Stand September 2017) in beiden Kategorien kaum verändert.

Insgesamt wurden in Apotheken 3,1 Mio. Packungen an Kompressionsbinden und 1,1 Mio. an Kompressionsstrümpfen abgegeben. Nach Umsatzwert haben die Kompressionsstrümpfe mit 44,5 Mio. Euro einen Anteil von 46 Prozent, nach Absatz sind es nur 26 Prozent, da der Durchschnittspreis der Strümpfe deutlich höher als der der Binden liegt.

Datengrundlage sind die Warenwirtschaftssysteme von 4.000 IMS-Panelapotheken, die nach Region und Umsatzgrößenklasse repräsentativ geschichtet sind. Auf dieser Basis wird auf die Gesamtheit von etwa 20.000 Apotheken hochgerechnet. Im Folgenden eine Analyse des Marktforschungsunternehmens IQVIA für MTDialog.

Unter den Kompressionsstrümpfen haben sich die Durchschnittspreise bei Strumpfhosen und Halbschenkelstrümpfen ermäßigt, bei den übrigen Gruppen nur leicht verändert. Abb. 2 zeigt die Preise für die vier Kategorien Schenkelstrümpfe, Halbschenkelstrümpfe und Knie-/Wadenstrümpfe sowie Strumpfhosen.

Knie-/Wadenstrümpfe sowie Klasse 2 dominieren

Knie- und Wadenstrümpfe machen über die Hälfte des Marktes aus, gefolgt von Schenkelstrümpfen mit 39 Prozent Marktanteil. Halbschenkelstrümpfe können vernachlässigt werden, Strumpfhosen schlagen mit 6 Prozent zu Buche.

Betrachtet man die in der Apotheke verkauften Produkte nach Kompressionsklassen, zeigt sich ein eindeutiges Bild: Mehr als 9 von 10 fallen in die Kompressionsklasse 2 und 5 Prozent in die Klasse 1. Die höheren Kompressionsklassen kommen praktisch nicht vor.

Fünf Hersteller führend

Die fünf führenden Hersteller sind (in alphabetischer Reihenfolge) Bauerfeind, Belsana, Compressana, Medi und Spring. Sie machen 84 Prozent des Marktes aus. 33 weitere Hersteller teilen sich den übrigen Markt.

Der eindeutige Fokus liegt in der Apotheke auf der Abgabe auf Rezept. 80 Prozent des Apothekenumsatzes an Kompressionsstrümpfen und 60 Prozent der Menge werden ärztlich verordnet. Ein klarer Hinweis, dass eher die höherpreisige Ware die Apotheke auf Rezept verlässt.

Der Markt für Zubehör in der Apotheke ist mit etwa 1 Mio. Euro unbedeutend. Hierzu zählen in erster Linie Anziehhilfen und spezielle Waschmittel.

von Michael Poersch, Key-Account-Manager Med Tech bei IQVIA (Frankfurt/Main)

Weitere Infos: Michael Poersch, Tel. 0 69/66 04-44 02, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Grafiken in: MTDialog 12/2017, S. 51

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 12/2017 (MTD-Verlag) veröffentlicht.
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