(MTD 1/2018) Opta-Data-Analyse

Markt für Produkte zur enteralen Ernährung

Die folgende Marktanalyse bezieht sich auf die Grundgesamtheit aller Sanitätshäuser und Medizintechnikbetriebe in Deutschland. Ausgangspunkt der Hochrechnung sind alle durch die Opta-Data-Kunden zulasten der GKV über § 302 SGB V abgerechneten Positionsnummern in den Produktgruppen 03.99. „Applikationshilfen ohne speziellen Anwendungsort“ im Zeitraum von 2014 bis 2017.

Genauer analysiert werden lediglich die Untergruppen 06. „Ernährungspumpen“ und 07. „Verbrauchsmaterialien zur enteralen Therapie“. Betrachtet werden die Netto-Umsätze ohne Zuzahlung der Krankenkassen. Die Entwicklung im 4. Quartal 2017 wurde auf Basis bestehender Datensätze prognostiziert.

Stückpreise entwickeln sich rückläufig

Mit Blick auf die Marktanalyse der vergangenen vier Jahre ist ein Rückgang der Stückpreise für „Ernährungspumpen“ (03.99.06.) und „Verbrauchsmaterialien zur enteralen Therapie“ (03.99.07.) zu verzeichnen. Insbesondere das Jahr 2017 brachte für fast alle Produktarten einen deutlichen Preisrückgang.

Der Stückpreis für „netzabhängige Ernährungspumpen zur enteralen Therapie“ (03.99.06.0) ging seit 2014 stetig zurück und fiel im Jahr 2017 erstmals unter 120 Euro. Während der Stückpreis für „mobile Ernährungspumpen zur enteralen Therapie“ (03.99.06.2) zunächst stabil blieb, ging auch dieser im vergangenen Jahr leicht zurück. Am deutlichsten ist der Preisrückgang in der Produktgruppe „Überleitsysteme zur Schwerkraftapplikation mit integriertem Beutel“ (03.99.07.1): Seit 2015 halbierte sich der Stückpreis in dieser Produktgruppe von rund 80 auf deutlich unter 40 Euro. Lediglich in der Produktgruppe „Überleitsysteme zur Pumpenapplikation mit integriertem Beutel“ (03.99.07.3) war im vergangenen Jahr ein Preisanstieg zu beobachten.

Vergütungspauschale verdrängt Neulieferung

Im Jahr 2014 handelte es sich bei zwei Drittel der Versorgungen in den Produktgruppen 03.99.06. (Ernährungspumpen) und 03.99.07. (Verbrauchsmaterialien zur enteralen Therapie) um Neulieferungen (vgl. Abb. 1). Lediglich ein Drittel entfiel auf Versorgungen über Vergütungspauschalen. Seit 2015 ist eine Verschiebung der Verordnungszahlen zugunsten der Versorgung mittels Vergütungspauschalen zu beobachten: So fiel der Anteil an Neulieferungen in den vergangenen drei Jahren um insgesamt 23,5 Prozent auf 41,9 Prozent. Parallel dazu stieg der Anteil der Vergütungspauschale von 34,6 im Jahr 2015 auf 58,1 Prozent im Jahr 2017.        ‹

von Thomas Dinse, Key-Account-Manager Hilfsmittel und Medizintechnik, Opta-Data-Gruppe

Weitere Grafik in: MTDialog 1/2018, S. 45

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 1/2018 (MTD-Verlag) veröffentlicht.
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