(MTD 2/2018) Azh-Analyse zu Bandagen

Absatz der PG 05 im Sanitätshaus

Bei der folgenden Analyse wurde die Entwicklung der Produktarten der PG 05 in den Jahren 2015 bis 2017 betrachtet.

Die Produktgruppe 05 Bandagen des Hilfsmittelverzeichnisses ist eng mit der Produktgruppe 23 Orthesen/Schienen verwandt, da zahlreiche Bandagen Stabilisierungselemente aufweisen. Mehrere Hilfsmittel aus der PG 05 wurden in den vergangenen Jahren in die PG 23 umgruppiert. Die Bandagen der PG 05 sind im Vergleich mit Orthesen flexibler gestaltet. Sie bestehen aus einem elastischen Kompressionsmaterial, das sich der Körperform anpasst und Bewegungen zulässt.

Stagnation bei den Verordnungszahlen

Anhand der Abrechnungszahlen von Bandagen lassen sich die Entwicklungen bezüglich Verordnungsverhalten und Preis ablesen. Rund 600 Hilfsmittelanbieter aus dem gesamten Bundesgebiet rechneten ihre Verordnungen für Bandagen während des Auswertungszeitraumes mit der Azh ab.

Die Auswertung beruht auf den Abrechnungszahlen des jeweils 1. Halbjahrs der Jahre 2015 bis 2017, da die Daten des 2. Halbjahres 2017 zum Redaktionsschluss noch nicht vorlagen. In der zweiten Jahreshälfte wird erfahrungsgemäß ein leichter Anstieg der Verordnungen der PG 05 erwartet. So wurden pro Betrieb von Juli bis Dezember 2016 durchschnittlich 11 Verordnungen der PG 05 mehr abgerechnet als von Januar bis Juni 2016.

Es wurden die neu gekauften Produkte (Hilfsmittelkennzeichen 00) der Produktgruppe 05 des Hilfsmittelverzeichnisses ausgewertet. In den ersten sechs Monaten 2017 wurden pro Betrieb durchschnittlich 443 Bandagen abgerechnet – ein minimaler Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zu 2015.

Topseller Kniebandagen

Die fünf am häufigsten abgerechneten Produktarten machten im 1. Halbjahr 2017 insgesamt 97 Prozent des Gesamt­umsatzes der PG 05 aus. Verordnungen für Kniebandagen (05.04.01) waren mit 42 Prozent im 1. Halbjahr 2017 Spitzenreiter. Es folgen Bandagen fürs Sprunggelenk (05.02.01) mit einem Anteil von 19, Handbandagen (05.02.01/02) mit 16, Ellenbogenbandagen (05.08.01) mit 11 sowie Leib- und Rumpfbandagen (05.11) mit 9 Prozent (s. Grafik).

Vergleicht man die Verordnungszahlen der einzelnen Produktarten, ergibt sich eine sehr heterogene Ansicht. Bandagen für das Sprunggelenk (–3,2 %) und Leib-/ Rumpfbandagen (–1,5 %) waren insgesamt rückläufig, dagegen sind Handbandagen (+0,6 %), Kniebandagen (+3 %) und vor allem Ellenbogenbandagen (+8 %) in den letzten zwei Jahren vermehrt abgerechnet worden.

Preisentwicklung

Auch bei den durchschnittlichen Abrechnungspreisen der Topseller waren unterschiedliche Entwicklungen zu verzeichnen. Im Gegensatz zu einem deutlichen Preisanstieg um 13,1 Prozent bei den Leib-/Rumpfbandagen vom 1. Halbjahr 2015 bis zum 1. Halbjahr 2017, sind die Werte bei den anderen Produktarten gesunken, am stärksten bei den Handbandagen um 4,3 Prozent.

Abrechnung von Verordnungen für Bandagen

Bandagen, die aus medizinischen Gründen benötigt werden, können mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Die Verordnung eines Hilfsmittels darf jeder Vertragsarzt, egal, ob Allgemeinarzt oder Facharzt, ausstellen. Der Einsatz von Bandagen ausschließlich aus prophylaktischen Gründen fällt in den eigenverantwortlichen Bereich der Versicherten. Hier ist eine Kostenübernahme seitens der GKV nicht möglich.

von Brigitte Lohwasser (Management Kassen/Kunden, Azh)
und Susanne Schneider (Marketing-Referentin, Azh)

Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift MTDialog 2/2018 (MTD-Verlag) veröffentlicht. Weitere Grafiken in MTD 2018/2, Seite 50.
Ein Probe-Abonnement MTDialog bestellen Sie hier.